Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 269)
- Language
- German
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1789, so steigt es auf 111489402 fl., die die Juden dem christlichen Staat entzogen haben. Das scheine unglaublich, sei aber bei dem allgemeinen Geldmangel unter den Christen doch wahrscheinlich. Eigentlich sei auch diese Summe noch zu niedrig eingestellt, da die Juden mehr als 20% verlangten, dürfte aber der Wahrheit darum nahe kommen, weil die Juden anläßlich der Verheiratung ihrer Kinder große Summen außer Landes geschickt haben — eine schwere wirtschaftliche Sünde nach der herrschenden merkantilistischen Lehre. Im ersteren Fall (1784) betragen die Interessen 7467615 fl., im letzteren (von den 111 Millionen) über 22 Millionen „und dies muß in accelerirter Proportion so lange steigen, bis das Land ganz rein ausgesaugt ist". Daraus folgt: „Verdient wohl der Juden jährliche Steuer von 216500 fl. ihre fernere so gantz zügellose Duldung? Der Staat steuert den Juden 22 Millionen, wogegen diese 216500 fl. zurücksteuern." Wie sich die Dinge in Wirklichkeit gestaltet haben, könnte nur eine bis ins einzelnste wirtschaftliche Forschung bei sehr glücklicher Erhaltung des notwendigen Materials einigermaßen wahrscheinlich feststellen. Hier sei nur darauf verwiesen, daß Einkommen und Steuerleistung der Juden nur mit Einkommen und Steuerleistung der übrigen Bevölkerung verglichen werden dürfen. Nicht geleugnet werden soll, daß diese Verhältnisse die Kapitalansammlung in den Händen der Juden begünstigten. Wieviel davon einer Zunahme des Gesamtreichtums zu danken ist, wieviel wirklich durch Schädigung der christlichen Bevölkerung in jüdischen Besitz übergegangen ist, läßt sich nach Klingers Methoden nicht erweisen. VIII. Man darf sich nach alle dem nicht darüber wundern, daß die Bevollmächtigten in den § VIII und IX. ganz durchgreifende Maßregeln vorschlagen . Ganz dem Stile der Abhandlung „über die Unnüz- und Schädlichkeit" entspricht es, wenn sich die Verfasser in der Einleitung dieses Teils gegen den Vorwurf „etwa einer vorgefassten gehässigkeit wider dieß Volk" verwahren, wenn sie behaupten, daß „diese Mitteln ohne die mindeste Ungerechtigkeit zu üben" angewendet werden könnten. 1. Alle jüdischen Tabak Verläger,77 sowie alle Traficanten dieser Nazion wären unter bestimmten Vorsichtsmaßregeln abzuschaffen und durch christliche beeidete Individuen zu ersetzen. Dadurch allein würden 317176 fl. jährlich an die Christen zurückfließen, alle bisher von den Juden ausgeübten Tabakfälschungen (!) würden vermieden werden. Verminderung der Zahl der Hauptverläge und Vermehrung der Subverläge würden ermöglichen, 200 königl. Beamten mit einem ausgiebigen Ein- 258