Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 264)
- Language
- German
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zeitigen Einkäufen, aus denen sie große Gewinne ziehen. Ein großer Teil der Beamtenschaft ist ihnen verschuldet. Zeugnis: die Vormerkungen auf die Gehalte. Hausjuden, Tabakpächter, Hausierer unterrichten sie über alle Verhältnisse. Die Juden haben in 20 Jahren an der Tabakpacht zwölf ein Halb Millionen verdient. Damit treiben sie Wucher. Dessen verschiedene Praktiken werden eingehend geschildert. Er hat das Vermögen der Juden so sehr vermehrt, „daß dermal schon fast gar kein Geld unter den christlichen Bürgern mehr vorhanden ist, sondern das tägliche Borgen... und der Jude zur allgemeinen Nothwendigkeit geworden ist." Der jüdische Handel beschäftigt sich a) mit inländischen Manufakten, b) mit ausländischen, teils erlaubten, teils verbotenen, meistens geschmuggelten (ein Beweis dafür wird nicht erbracht) Waren, c) handeln die Juden mit inländischen Rohprodukten (Wolle, Häute, Felle, Pottasche, Hasenbälge, Federn usw.). Zu a) Schädlich ist der Tandelmarkt, ist der Hausierer, ist der Hausjude . Der Jude verkauft wohlfeiler als der christliche Handelsmann und gewinnt trotzdem, während dieser zugrunde geht. Der Jude setzt seine Ware nicht nur öfter um, sondern er läßt auch schlechtere Ware erzeugen, die er dann billiger verkaufen kann. Denn er hat — wie die Anlagen beweisen sollen, sich die Kommerzialzünfte der Hutmacher, Kürschner, Tuchmacher, Rot- und Weißgärber untertänig gemacht, vor allem durch sein Monopol der Rohstofflieferung, und beutet sie aus. Gegen § 9 des Privilegs vom 8. April 164872 verkauft er auch an Sonn- und Feiertagen. 1745 gab es in Prag 24 ansehnliche Kaufleute: Seiden-, Schnitt-, Galanterie- und Weißwraren Händer, jetzt nur mehr den einzigen Ker... Von den 40 Prager Kürschnern sind 23 durch die Juden an den Bettelstab gebracht, nur 17 Meister erhalten sich noch kümmerlich. Von den 17 Prager Hutmachern arbeiten nur noch neun. Der Nachweis für die den Juden geschuldeten Summen ist aus den amtlichen Aufzeichnungen zu ersehen, wiewohl diese nicht das ganze Vermögen der Juden aufzeigen würden, da sie noch die großen Warenlager, trockene Wechsel, Bargeld besitzen. — Daran, daß Kaufleute auch Passiva haben, denken die Ankläger nicht oder wollen nicht daran denken! Dazu kommt noch das Heiratsgut der ins Ausland verheirateten Kinder, das dorthin verborgte Kapital. Als Beweis für die Verderblichkeit des jüdischen Wuchers wird der Cridafall des Grafen Desfours angeführt, der sich in vier Jahren bei 51 jüdischen Gläubigern mit über 500000 fl. verschuldete, wofür „dieser an Valuta schwerlich mehr als den vierten Theil erhalten hat" (dies ist also bloße Vermutung!). Diese Wucherer wirken zusammen. Sie haben alle an zwei Tagen, am 15. und 16. Dezember 1789 ihre Forderungen von 460810 fl. in die Landtafel eintragen lassen. Dadurch schädigen sie die „treuherzigen christlichen Creditoren", die von 253