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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 247

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 247)
Language
German
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IRI
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der Juden im wirtschaftlichen Leben des Gesamtvolkes aus gedacht. Sie sollen einem der Grundgedanken Josefinischer Reformpolitik dienen, der Wandlung einer unfruchtbaren (classe sterile) in eine schaffende Volksschicht (classe productive), um die Schlagworte der physiokratischen Schule zu gebrauchen. Für diese Schulen müssen [f)] ordentliche Schulbücher geschaffen oder die vorhandenen verbessert werden. Als Beispiel legt er ein solches Büchlein bei, das er freilich noch als verbesserungsbedürftig bezeichnet (die 13 Artikel des Judentums aus dem Lekachtoff übersetzet, samt einiger kleinen Anmerkungen s. u.)51. Um dauernd für die nötigen Lehrer zu sorgen, soll [g)] ein Seminar für die Lehrer der deutschen und jüdischen Schulen errichtet werden, mit dem mit der Zeit ein Erziehungshaus verbunden werden könnte. Damit ist eine Forderung aufgestellt, die erst sehr spät und in ganz unzureichendem Maße erfüllt worden ist. Für die Beschaffung der hiezu nötigen Geldmittel will er [h)] die jüdischen Hausväter heranziehen, die jetzt die sehr teuren Privatlehrer bezahlen müssen, die bestehenden Stiftungen für Gelehrte, Studenten und Schulen und den Bruderschaftsfond „wenn auch mit den jüdischen Brüderschaften auf die nämliche Art wie mit den christlichen sollte verfahren werden, wie es schon seine Exzellenz der Herr Oberste Burggraf in dem Hof berichte vom 31. Dezember 1789 insbesondere bemerket hatten", d. h. Riegger denkt daran, daß man das Vermögen der Bruderschaften einziehe, ähnlich wie das der aufgehobenen Klöster, und, wie man aus diesem den Religionsfond geschaffen, aus dem der Brüderschaften einen Schulfond bilde. Endlich sollen auch die Gemeinden herangezogen werden. i) Soll kein Privatlehrer und Rabbiner künftig zugelassen werden, der nicht aus den Gegenständen einer deutschen und jüdischen Hauptschule geprüft ist. k) Kehrt die Forderung der völligen Abschaffung des Hebräisch¬ oder Jüdisch-Deutschen wieder. Druck und Einfuhr aller derartigen Bücher soll verboten werden. Die letzten Punkte betreffen die Heranbildung der künftigen Rabbiner. Von den „unteren" jüdischen Schulen sollte der Jude auf die höhere Schule, die in Prag seyn sollte, schreiten können. Hier sollte nun eigentlich die jüdische Theologie im ganzen Umfange, die hebräische mit den verwandten Sprachen gelehrt, und die Erklärung der Bücher des Alten Testaments mit der Mischna und dem Talmud vorgetragen werden. [1)] Keiner sollte ein eigentlicher Rabbiner werden können, der nicht auf dieser hohen jüdischen Schule Unterricht genommen hätte, und keiner sollte diesen Unterricht nehmen dürfen, der nicht das philosophische Studium auf der christlichen Universität gehört und geendiget haben würde. 236

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