Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 214)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2644300-2644315--2618-2646964- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Lehrer dieser Schulen müßten geprüfte Leute sein und durch Konkurs bestimmt werden. Es wären eigene, der Absicht entsprechende Bücher zu verfassen. Der erforderliche Fond könnte durch Beiträge oder ein mäßiges Schulgeld beschafft werden. Es wäre kein Zwang zu verhängen, sondern nur die äußere Form und Einrichtung zu bestimmen. Endlich müßten die für jüdische Studenten bestehenden Stiftungen bloß an verdienstvolle und arme Schiller der jüdischen Theologie verliehen werden. Gleich den Gubernien ist auch die Studien-Hofkommission der Meinung, daß man von dem Dessauer-Lichtenburgschen Plane absehen solle. Das einzige Mittel, die Bildung der jüdischen Nation zu befördern, bestehe in dem Weiterschreiten auf dem eingeschlagenen Wege „mit gemessenen aber festen Schritten." Nur durch die Verbreitung des Unterrichtes könne die „Kraft der Vorurtheile geschwächt, das Nützliche der Anstalten entwickelt, und endlich durch Beispiel und Erfahrung bei dem gesammten Volke die Überzeugung hervorgebracht werden, worauf alle Verbesserungen, wenn sie dauerhaft und wirksam seyn sollen, endlich beruhen." Sämtliche Staatsräte traten diesem „gründlichen Einrathen" der Hofkommission bei und dem entsprechend lautete auch die kaiserliche Entschließung: d. h. es wurde nichts geändert. Riegger aber sollte noch einmal stark hervortreten und zwar in den Kämpfen, die sich in den letzten Jahren Josefs II. und in der Zeit Leopolds II. entwickelten. II. UM NEUE JUDENORDNUNG UND JUDENBESTEUERUNG Vorbemerkung Die Judenfrage ruhte nicht. In der Zeit von 1788 etwa bis 1792 ging eine lebhafte Bewegung durch die Ämter, hervorgerufen durch die Maßnahmen der obersten Leitung, gesteigert dadurch, daß die Judenschaft sowohl wie ihre Gegner wieder auf den Kampfplatz traten. Für diese handelte es sich um Einschränkung der den Juden gewährten größeren Freiheit, insbesondere um ihre Zurückdrängimg auf wirtschaftlichem Gebiete. Die Juden aber beschäftigten neben Angelegenheiten von geringerer Bedeutung besonders zwei Fragen. Die eine betraf die Anwendung der galizischen Judenordnung auf Böhmen und im Zusammenhange da- 203