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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 210

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 210)
Language
German
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IRI
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in der jüdischdeutschen Sprache ferners auflegen, oder auch einzuführen zu lassen. c) Das verträglichste Mittel, um diesen Entzweck eher, und sicherer zu erreichen wäre, wenn - wo und wie es immer möglich, die Juden nicht beisammen gelassen, und in einer Gemeinde eingeschlossen, sondern vielmehr unter die Christen vertheilet würden. Mit dieser Forderung stellte sich Riegger in vollen Gegensatz zur herrschenden Anschauung, die die Juden möglichst abzusondern, im Ghetto festzuhalten sucht. d) Ebenso wären die jüdischen Eltern, und Kinder in Ansehung der für die Schulen Einrichtung bestehenden Gesetzen, und Verordnung ganz gleich zu behandeln. e) Bei den Juden wird die neueste Allerhöchste Verordnung,9 daß kein Jude, der sich nicht mit einem Schulatteste über den geschöpften Schulunterricht ausweisen kann, heirathen darf, zu Verbreitung des Schulunterrichtes gewies vieles beitragen und die Schulanstalten unter den Juden gemeinnütziger machen. 2° Die Leitung, und Aufsicht der deutschen Judenschulen wäre durchgehends dem Christlichen weltlichen Vorsteher anzuvertrauen, doch so, daß immer jüdische Schul-Inspektoren bestimmt und mit beigegeben würden. Dadurch würde eines Teils die Festigkeit, und Ordnung des deutschen Schulwesens viel gewinnen, als auch andern Theils alle Besorgniß der Juden aus dem Wege geräumet werden. 3° Sowie es überhaupt noch zu wünschen wäre, daß die Schulverfassung nach Verschiedenheit der Verhältnisse, und der Stände auf dem Lande für kleinere und größere Städte, Negozianten, Künstler, und Handwerker mehr zweckmäßig eingerichtet würde, ebenso möchte das nämliche auch in der Ansehung der deutschen Judenschulen gelten." Damit ist ein schulpolitisch überaus wichtiger und fruchtbarer Gedanke ausgesprochen! 4° Zugleich wäre auch mehr für die Erziehung und den Unterricht des weiblichen Geschlechtes zu sorgen bei Christen wie bei Juden. 5° Nicht minder zu wünschen, daß der jüdische Religionsunterricht in den deutschen Schulen wnd zwar deutsch vorgetragen und erklähret würde, doch müßte dieses mit Einverständniß der Judenvorstehern geschehen. Der hiesige ganz geschickte Lehrer Moißes Wienner gibt in seiner gedruckten Nachricht von dem Ursprung und Fortgange der deutschen jüdischen Hauptschule, wovon ein Exemplar in der Nebenlage angeschlossen wird, S. 53 hiervon einen Wink und scheinet die Judenschaft hiezu vorbereiten zu wollen." Das Schulprotokoll wurde am 17. August an das böhmische Gubernium zurückgesendet. Die Erledigung, die dem Punkte 26 gilt, rührt vom Hofrate von Greiner10 her, demselben, dessen Separatvotum zum Berichte der Hof kanzlei vom 7. September 1781 viel freiere Anschauungen 199

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