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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 208

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 208)
Language
German
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Daran schließt sich eine kurze Darlegung über den Aufbau des Talmuds und die Bedeutung dieses Buches, „welches sich der wahre Jud niemalen wird nehmen lassen, und er würde eher Vermögen, ja wohl gar das Leben lassen als von diesen vermeintlichen göttlichen Lehrsätzen, sie mögen noch so fabulos feyn abweichen. Es kommen aber in den, vom Talmud zu Amsterdam, Frankfurt a. d. Oder, Berlin u. a. m. aufgelegten Ausgaben fast unzählige ungereimte, aergerliche, der Christlichen Religion, dem gemeinen Wesen höchst nachtheilige und der gesunden Vernunft stracks entgegengesetzte Stellen vor, welche weil sie in den hier zu Prag gedruckten (und zensurierten!) nicht zu finden sind, den Juden Anlaß geben, die hiesige Ausgabe, soviel an ihnen ist zu verwerfen, und zu verachten, wie alles dieses der verdienstvolle königl. Zensor und Hebräische Dollmetscher Pater Tirsch in der Vorrede zum Handlexikon der jüdisch-deutschen Sprache ausführet."8 Die Errichtung der deutschen Schulen für die Juden erscheint Riegger zwar nützlich und wertvoll, aber nicht ausreichend wirksam. Dieser Unterricht wird die Juden geschickter und für die Geschäfte tauglicher machen, aber nicht bis in ihre Herzen dringen und keine Sittenverbesserung hervorbringen . „Noch werden sie in diesem Punkte mehr Heuchler als wahrhaft gebesserte Menschen seyn, so lange noch talmudische Erziehung auf sie Eindruck machen wird. Es wird nichts nutzen, wenn der Jude in den deutschen Schulen hört, ,du sollst deinen Nächsten lieben und ihm gutes thun' usw., wenn er weiteres höret der Nächste sey ein jeder Mensch ohne Unterschied der Religion, zu Hause aber von frühester Jugend an nichts anderes gehört hat als, sein Nächster sey nur ein Jude." Riegger hält sich dabei durchaus in dem herkömmlichen Geleise der Anklagen; es fehlt auch nicht der Hinweis auf die immer wieder angeführte Stelle im Deut (23, V. 19, 20), die die Zinsnahme vom Juden verbietet, vom Fremden aber gestattet. „Und", fährt er mit kühner Verallgemeinerung fort, „(so) ist es beinahe mit allen anderen zur Aufklährung und Sittenverbesserung abziehlenden Lehrsätzen beschaffen." Wohl gibt es Ausnahmen. Der Verkehr mit anderen Völkern, die Beschäftigung mit der Philosophie haben einzelne erleuchtet, „so daß man dieser Nazion hie und da ihre vortrefflichen Männer nicht absprechen kann. Aber diese waren keine Juden mehr, dem Judenthume nur äußerlich im Herzen aber nicht mehr ergeben. Im ganzen aber erblickt man noch immer die Wirkungen der Religion einen herrschenden Charakter der nichtsweniger als vortheilhaft ist." Schon an früherer Stelle - im Anschlüsse an die Berufung auf Tirsch - ist eine höchst ungünstige Darstellung des jüdischen Nationalcharakters gegeben, freilich auch anerkannt worden, „daß man von jeher, und in allen Ländern durch unmenschliche Intolleranz und sklavischen Druck diese Nation so sehr ab- 197

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