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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 205

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 205)
Language
German
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k. k. Gubernialrat in sein früheres Amt nach Prag zurück, wo er - Kotz war 1785 gestorben - das Schulreferat beim Gubernium führte und sich daher auch mit den jüdischen Schulangelegenheiten zu beschäftigen hatte. Seine allgemeine Geistesrichtung ist die der Aufklärung; dafür zeugt schon seine Zugehörigkeit zum Freimaurerorden. In der Judenfrage behält er die Einstellung, die er anfänglich eingenommen, sein ganzes Leben lang bei. Bei den Beratungen über den Maierlaß Josefs II. (1781) erklärte er sich gegen eine Vermehrung der Juden, weil er sie für schädlich hielt. Eine Umgießung ihres durch mehrere Jahrtausende gleich gebliebenen Charakters in so kurzer Zeit erachtet er als unmöglich und demgemäß stellt er als erreichbares Ziel die Aufklärung und Besserung der reicheren Klasse hin. Und am Ende seines Lebens urteilt er in seiner „Skizze einer statistischen Landeskunde Böhmens" (III. Heft, Leipzig und Prag, bei Kaspar Widtmann, 1795), § 58, über den Charakter der Juden: „Die Juden wohnen zwar in Böhmen und unter den Böhmen, machen jedoch in aller Betrachtung eine abgesonderte, an Sitten und Charakter ganz verschiedene Nazion aus. Auch ihre eigene jüdischrabbinische Sprache unterscheidet sie von allen andern. Juden sind und bleiben sich immer gleich an Sitten, Charakter und Moralität, das ist immer Juden, unter welchem Himmelsstriche und unter was für einer Nazion sie leben. Was hieran eigentlich Schuld trage und ob sie wirklich als Juden auf keine Art zu verbessern und für den Staat nützlich zu machen seyen, bleibt noch immer ein Problem. Die bisherige Erfahrung in Böhmen spricht laut gegen sie. Soviel ist auch gewiß, daß sie zur Immoralität in jedem Lande, wo sie waren, und noch sind, gar vieles beygetragen haben, und noch beytragen. Die Anzahl der Juden, da sie noch immer einen eximirten Theil von der übrigen Nazion ausmachen, ist immer verhältnismäßig zu groß, zu lästig, zu drückend für unser Böhmen. Alles dieses gilt überhaupt von den Juden als eine besondere Nazion betrachtet. Es giebt Ausnahmen, wer zweifelt daran. Schade, daß es nicht deren mehrere giebt. Die Streitschriften , die über diesen Gegenstand in Böhmen gewechselt worden, sind bekannt genug und ebenso bekannt ist es auch, daß man beyderseits zu weit gegangen." Was Riegger unter dieser „Immoralität" der Juden versteht, ergibt sich u. a. ganz klar etwa aus der „Schilderung des Kommerzes im Bunzlauer Kreise mit Anführung der Handlungshindernisse und wie sie zu beheben wären". Es handelt sich ausschließlich um die wirtschaftliche Tätigkeit der Juden. Auf die Einzelheiten kann in diesem Zusammenhange, in dem es sich nur darum handelt, die allgemeine Gesinnung Rieggers darzulegen, nicht eingegangen werden. 194

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