Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 189

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 189)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2644300-2644315--2593-2646939
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ANMERKUNGEN * Die Geschichte des behördlichen Antisemitismus von der Weißenberger Zeit bis in die erste Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts ist, insbesondere im Hinblick auf das Prager Ghetto, eingehend beschrieben in der Arbeit von Jaroslav ProkeS, Der behördliche Antisemitismus und das Prager Ghetto in der Nachweißenberger Zeit, Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der cechoslovakischen Republik, Jahrg. I, auch im Sonderabdruck, Prag 1929. Prokes's Arbeit umfaßt die Zeit von 1620-1729. Mit dem Höhepunkt dieses Antisemitismus befaßt sich die Studie Josef Bergls, Das Exil der Prager Judenschaft von 1745-1748 in demselben Jahrbuche, und Die Ausweisung der Juden aus Prag im Jahre 1744 in dem Sammelwerk „Die Juden in Prag", Prag 1926. 2 Über diesen großen Brand, der in seinem Riesenausmaß fast an die Feuersbrunst vom Jahre 1689 heranreicht (vgl. bei Porkeä 1. c. S. 62ff.) und der die Brände aus den Jahren 1567 und 1603 übertrifft, haben wir in der bisherigen Literatur wenig Nachrichten. Die einzige Bearbeitung stammt aus der Feder S. H. Liebens, Die Prager Brandkatastrophen von 1689 und 1754 (Sonderabdruck aus dem „Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft, Frankfurt a. M. 1927). Der Verfasser hat das Thema bereits früher in seiner kleinen Publikation: Handschriftliches zur Geschichte der Juden in Prag 1744-1745 (Frankfurt a. M. 1905) benihrt. Er stützte seine Arbeit hauptsächlich auf die Archivalien des Prager Städtischen Archivs und des Archivs der Prager jüdischen Gemeinde, die er vollständig ausschöpfte. Ich ergänze und erweitere Liebens Darstellung durch zahlreiche Einzelheiten, die ich in dem reichen archivalischen Material des Archivs des Ministeriums des Innern, Abteilung „Cammerale" aus den Jahren 1748-55, Sign. T (13) 1-6, und aus den Jahren 1756-63, Sign. Q (12) 1-5 auffinden konnte. Es sind dort Berichte enthalten, die Lieben nicht bekannt waren, wie der Antrag auf die Wiederaufrichtung der abgebrannten Judenstadt, genaue Skizzen einiger ihrer Teile und ein detailliertes Verzeichnis der jüdischen Abbrändler und deren Schäden. - Sonst finden wir über den Brand vom Jahre 1754 nur vereinzelte und sehr knappe Nachrichten in einigen, die Judenstadt und deren hervorragende Bauwerke behandelnden Arbeiten. 3 Archiv der Hauptstadt Prag, I. 498/2 d. d. Prag, 20. I. 1755. 4 Archiv d. Min. d. Innern: Cammerale 1748-55, T 13/2. Das Gesuch der Prager Juden an die Kaiserin vom 4. Juni 1754. Mit Hilfe der angegebenen Zahl der erhalten gebliebenen Häuser läßt sich jedoch die Anzahl der abgebrannten Häuser nicht genau feststellen, da es damals im Prager Ghetto noch viele verfallene Häuser aus der Zeit der Verbannung der Juden gab, von denen zur Zeit des Brandes manche noch keinen Besitzer hatten. 5 D. J. Podiebrad- B.Foges: „Alterthümer der Prager Josephstadt, israelitischer Friedhof, Alt-Neu-Schule und andere Synagogen." (zweite erw. Ausgabe, Prag 1862) zitiert in der Anmerkung auf S. 85 aus einem Handschriftenfragment über den Brand eine Stelle über die Altneusynagoge: „Es blieb in dieser (Rabbiner) Gasse nur die Altneuschule verschont; aber auch von dieser wurden die gegen Nordost (soll sein Südost) hegende, dem Gemeinde (Rath-) Hause zugewendete Seitenhalle, dann die mittleren Fenster des Synagogenschiffes ergriffen, und nur mit Lebensgefahr retteten einige beherzte Juden sowohl diese, als auch die gegenüberstehende Hochsynagoge, von welcher letzteren jedoch das Dach, dann die Küsters-Wohnung zu Grunde gingen." Der Herausgeber hält dafür, daß die Altneusynagoge ihre Rettung auch ihrer isolierten Lage verdankte. Bei Podiebrad-Foges kann man auch noch an anderen Stellen Erwähnungen des Brandes vom Jahre 1754 finden, aber sie müssen stets mit Reserve aufgenommen werden, viel Glauben ist ihnen nicht beizumessen. Es ist mir nicht gelungen, eingehendere Nachrichten über das Schicksal der Altneusynagoge zu jener Zeit aufzufinden. Die Angaben von Podiebrad-Foges hat A. Stein fast wörtlich in seiner Arbeit Die Geschichte der Juden in 178

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.