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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 163

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 163)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644315--2567-2646913
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nieder. Der Vernichtung entgingen nur die Pinkas- und Klaussynagoge mit den Nachbarhäusern, d. i. den Häusern im westlichen Teil des Ghettos, und einige Häuser gegen die Moldau zu. Die ganze Hauptstraße der Judenstadt mit den anstoßenden Teilen und die gesamte Umgebung der Alten Synagoge fiel dem Brand zum Opfer. Nur der großen Anstrengung und Opferfreudigkeit der Juden gelang es, die Altneuschul, die nur teilweise beschädigt wurde, vor der gänzlichen Vernichtimg zu bewahren .5 Dafür brannte die neue Synagoge ,6 die Großhofsynagoge und eine gewisse, nicht näher bekannte Fleischhackerschul oder -synagoge bis auf den Grund ab; von der Zigeunersynagoge wurde nur das Gewölbe gerettet. Der Hochschul brannte das Dach ab und bei der Meiselsynagoge verbrannten die Frauenabteilung und die Nebenräumlichkeiten.7 Ein Opfer der Flammen wurde auch die Alte Synagoge, die kaum erst nach der Verwüstung im Jahre 1744 aus den Mitteln des jüdischen Primators Israel Frankl Spira im Jahre 17508 wiederaufgebaut worden war. Von sonstigen bemerkenswerten Gebäuden der Judenstadt fielen auch das jüdische Rathaus,9 das jüdische Spital und das Waisenhaus dem Feuer zum Opfer. Für die Mehrzahl dieser vom Brande betroffenen jüdischen öffentlichen Gebäude sind uns eidliche Schadensschätzungen erhalten geblieben , die von deren Verwaltern oder Kuratoren auf dem Altstädter Rathaus abgegeben worden waren. Wenn uns auch die Angaben über die Schäden, welche die Altneusynagoge durch den Brand erlitten hat, und die Schätzung des durch die völlige Vernichtung der Alten Synagoge und des jüdischen Rathauses verursachten Schadens fehlen, sind die übrigen erhalten gebliebenen Schätzungen sehr bemerkenswert. So gab den niedrigsten Schaden der Verwalter der uns sonst nicht näher bekannten Fleischhackerschul oder Synagoge des Feiwel Fleischhacker an u. zw. mit 1000 Gulden. Der Verwalter der Hochschul Löbl Simon Jeiteles schätzte deren Schaden auf 1400 fl., während der Verwalter der Großen Hofsynagoge Jökef Sladkes die Beschädigungen seiner Schutzbefohlenen mit 5400 fl. bezifferte. Die Schätzung des Schadens an der Meiselsynagoge betrug nach den eidlichen Aussagen der Verwalter (es waren dies Hersehl Elbogen und Israel Bondi) 6000 fl. Unsicher ist die Schadensabschätzung der Zigeunersynagoge. Während der eine ihrer Verwalter, Samuel Koref, einen Schaden von 4000 fl. angab, machte die Schätzimg des zweiten Verwalters, Nathan Ebstein, 8000 fl. aus. Einen gleich großen Schaden (8000 fl.) gab der Verwalter der Neusynagoge David Khue an. Den größten Schaden unter den öffentlichen Gebäuden, bzw. Anstalten erlitt das Jüdische Waisenhaus, dessen Schaden sein Verwalter Mendl Fanta mit 12.500 fl. angab. Außer diesen materiellen Schäden erlitt die Prager Judenschaft einen unersetzlichen Verlust durch die Vernichtung der alten 158

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