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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 154

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 154)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644315--2558-2646904
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jenigen, die einen solchen Ort nennen würden, sollte die Erlaubnis erteilt werden, sich daselbst bis zum Aufbau ihrer Häuser in Lieben aufzuhalten, vorausgesetzt, daß sie in der genannten Ortschaft angenommen würden. Diejenigen aber, die einen solchen Ort nicht nennen könnten, sollten in den nicht weit von Prag gelegenen Dörfern Skvorec, Rican, Krälovice, Kolodej und in anderen Dörfern nächst Prag, in denen bereits Juden wohnen und wegen der nahen Wälder leicht die erforderlichen Baracken für einen provisorischen Aufenthalt sich herstellen ließen, untergebracht „und bestmöglichst versorgt" werden. Doch müßte vorher der Grundherr dieser Dörfer, Fürst Lichtenstein, um die Bewilligung angegangen werden. Sollte der Kaiser den in der Nähe der Stadt gelegenen Baugrund, der für den weiteren Betrieb des jüdischen Handels auf dem Tandelmarkt vorteilhaft sei, für geeignet halten, so könne dieser Baugrund, den die Altstadt unentgeltlich zur Verfügung stellen wolle, nach und nach zum Aufbau der Judenhäuser abgesteckt werden. Der Bericht schließt mit der Bemerkung: Damit die Juden wegen „anjetziger Verlassimg ihrer Häuser nicht gar zu kleinmütig werden", so könne man ihnen „zu einiger Consolation" und damit sie sich des Besitzes des Tandelmarktes gesichert fühlen, erlauben, ihre im Tandelmarkt liegenden Waren, die hoffentlich nicht von der Seuche infiziert seien, auch nach ihrem Abzug aus dem Ghetto daselbst weiter zu belassen. Schon am folgenden Tage, dem 2. April, erhielt die Kommission eine Zuschrift der Böhmischen Hofkanzlei, worin ihr zunächst mitgeteilt wird, daß sowohl der von der Kommission in dieser Angelegenheit an den Tag gelegte Eifer als auch der Inhalt des Berichtes dem Kaiser „zum besonderen gnädigsten Wohlgefallen gereichet". Man habe „hohen Ortes" gleich zu Anfang gewußt, daß die Beschaffung von Wohnungen für die Juden, die aus Prag zu entfernen seien, die größten Schwierigkeiten bereiten werde; denn der Aufbau der Häuser erfordere geraume Zeit und die notwendigen Vorkehrungen könnten nicht so rasch getroffen werden, wie es die Gefahr, welche die Transferierung der Juden veranlaßt habe, erfordere. Da aber der Kaiser „dieses heilsame Werk" bei so gutem Anfange auch weiter fortgesetzt wissen wolle, die Frühlings- und Sommerzeit nunmehr vor der Tür stehe und in dieser Zeit die Juden leichter in provisorischen Quartieren untergebracht werden können, so scheine es am besten zu sein, daß für die Prager Juden auf dem von der Altstadt angegebenen Grundstücke bei Lieben Holzbaracken errichtet würden, in welchen die Juden, die ja betreffs der Wohnungen keine besonderen Ansprüche zu stellen gewohnt seien, so lange verbleiben müßten, bis nach und nach ihre Häuser aufgebaut sein würden. Was jedoch die zum Bau der Baracken erforderlichen Mittel betreffe, deren Höhe jedenfalls durch 149

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