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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 152

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 152)
Language
German
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IRI
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Joachim Slawata, dem Prager Stadthauptmann Wenzel Graf Kolowrat und Peter Niklas Straka von Nedabilitz, wurde eingesetzt, um die Verlegung des Ghettos rasch durchzuführen.8 Vor allem handelte es sich darum, die Juden unverzüglich aus Prag zu entfernen und in Lieben unterzubringen. Die Kommission setzte sich gleich mit dem Altstädter Magistrat in Verbindung; diese Behörde nahm das kaiserliche Dekret mit Freude zur Kenntnis, allerdings war die Freude dadurch getrübt, daß die Juden in der Nähe von Prag verbleiben und den Tandelmarkt behalten sollten. Doch immerhin war die Entfernung des Ghettos aus der Stadt ein Erfolg, auf den die Altstädter noch vor wenigen Monaten, als nur von einer Reduktion der Zahl der Juden die Rede war, nicht hoffen konnten. Aber der Bau von Judenhäusern im Dorfe Lieben selbst oder auch nur in seiner Nähe, war den Altstädtern unerwünscht; sie wollten die zukünftige Judenstadt in einiger Entfernung von jeder christlichen Ansiedlung haben. Der Stadtrat delegierte einige Mitglieder aus seiner Mitte, die mit der kaiserlichen Kommission über die Angelegenheit verhandeln sollte. Am 28. März kam es zur ersten Verhandlung, über deren Ergebnis die Kommission am 1. April dem Kaiser folgenden Bericht erstattete: Die Kommission habe den Altstädter Delegierten die aus der Durchführung des kaiserlichen Dekretes zu erhoffenden Vorteile in umständlicher Weise dargelegt. Doch hätten dieselben, trotzdem der Magistrat es als seine Pflicht erachte, den Intentionen des Kaisers zu entsprechen, folgende Einwendungen gegen die Ansiedlung der Prager Juden in Lieben vorgebracht : 1. Das Dorf Lieben liege nicht nur in der Nähe der Landstraße, sondern werde auch noch von drei anderen Straßen durchzogen, die nach verschiedenen Dörfern führen, weshalb die Ansiedlung der Juden im Dorfe den Intentionen des Kaisers (die Juden von den Christen abzusondern), „schnurgerade" zuwiderlaufen würde. Dazu komme, daß die engen und schlechten, an der Straße gelegenen christlichen und jüdischen Häuser des Dorfes von Fischern und Juden bewohnt seien, sonst aber in dem Dorfe, außer dem Schlosse, worin die Altstädter ihre Wirtschaft, u. zw. einen Meierhof, drei Malzhäuser, Scheunen und das hart an dem Schlosse angebaute Brauhaus haben, kein einziges Haus vorhanden sei, in dem die Juden provisorisch untergebracht werden könnten. Wollte man dieselben jedoch im Schlosse unterbringen, so müßten die Altstädter den Betrieb ihrer Wirtschaft einstellen, wodurch ihnen bedeutende Einkünfte entgehen würden, so daß ihnen aus dieser Aktion statt des erhofften Nutzens bedeutender Schaden erwachsen würde. Dies würde insbesondere durch die Einstellung des Betriebes im Bräuhaus erfolgen und diese Einstellung sei im Falle der Einquartierung der Juden im Schlosse 147

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