Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 126)
- Language
- German
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publico mit beitreten und den Gradum Doctoris annehmen wolte, gleichwohl aber dieser der erste Casus ist, daß bei unsern Zeiten einem Candidato jüdischer Nation der Gradus Doctoratus conferiret worden, so haben ohne speziale Anfrage bei Ew. Königl. Majestät wir solchem seinem Petito zu deferiren uns nicht unterfangen wollen, obgleich sonsten bekant genug ist, daß dergleichen jüdischen Studiosis medicinae auf denen holländischen wie auch einigen teutschen Universitäten, imgleichen zu Padua und sonsten deswegen keine Schwierigkeit gemacht wird, auch selbsten dieses Gumperts Vater ein Doctor promotus und von Sr. Kaiserl. Majestät als Physicus Ordinarius in der Judenstadt zu Praga allergnädigst constituiret ist. Wann also diesemnach Ew. Königl. Majestät mehr gemeldtem Candidato Gumpertz diese hohe königl. Gnade angedeien zu lassen allergnädigst geruhen mögten, so bitten wir alleruntertänigst, den jetzigen Decanum Facultatis Medicae, den Professorem ordinarium Doct. Andream Ottomarum Goelicken, dahin zu autorisieren, daß er bei nächst anzustellenden Actu Promotionis publico diesem Candidato Gumpertz den Gradum Doctoris mit denen davon dependirenden Immunitäten und übrigen Juribus conferiren möge. Wir verharren in unablässiger Treue und alleruntertänigsten Devotion Lebens lang Ew. Königl. Majestät alleruntertänigst gehorsambste Decanus, Senior, Doctores und Professores Ordinarii der medizinischen Fakultät hierselbst. Frankfurth an der Oder, den 10. Sept. 1721. Andreas Ottomar Goelicke, Joh. Georgius a Bergen, Med. D., P. P. Ord., h. t. Med. D. et P. P. Fac. Med. Decanus. IV. Königliches Konzessionsreskript mit Promotionserlaubnis. Berlin, 22. September 1721. Konzept. GStA. Berlin, Rep. 51, Nr. 91, Vol. II, Bl. 110; daselbst Vol. III, Bl. 30, eine Abschrift der Reinschrift. Von Gottes Gnaden Friederich Wilhelm, König in Preußen, Markgraf zu Brandenburg, des Heil. Rom. Reichs Erzkämmerer und Churfürst etc. Unsern gnädigen Gruß zuvor. Hochgelahrte, Liebe, Getreue. Weiln Ihr in Euren alleruntertänigsten Bericht von 10. dieses dem jüdischen Candidato Medicinae Moses Salomon Gumperts, wegen seiner Wissenschaft ein besonders gutes Zeugnis beileget, sonsten auch auf anderen Universitäten einige Juden zu Doctoren promoviret worden, so seind wir auch allergnädigst zufrieden, daß derselbe zum Doctore Medicinae kreiret werde, gestalten wir Dir, dem Decano Facultatis Medicinae D. Goelicken kraft dieses Autorität und Macht geben, diesen jüdischen Candidatum Gumperts in Doctorem Medicinae zu kreiren und demselben alle davon dependirende Immunität und Praerogative beizulegen. Seind Euch mit Gnaden gewogen. Geben Berlin, den 22. Septembris 1721. Friedrich Wilhelm. M. L. von Printzen. An die Medizinische Fakultät zu Frankfurt an der Oder. Se. Kgl. Majestät willigen, daß der jüdische Kandidat Gumperts, den die Fakultät sehr rühmet, zum Doktor gemacht werden möge. 121