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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 123

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 123)
Language
German
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9. Gutachten der Prager medizinischen Fakultät an den Rektor und akademischen Magistrat der Prager Universität über das Gesuch des Dr. Moses Salomon Gumpertz um Verleihung des durch den Tod seines Vaters erledigten Physikats bei der Prager jüdischen Gemeinde*. Praes. 31. Oktober 1731. Reinschrift. Arch. Min. Inn. Prag, Alte Manip. J 4/45, Bl. 8-9. Demnach Ewer Magnifizenz und ein löbl. Akademischer Magistrat ein von einer hochlöbl. königl. Statthalterei Ihro Exzellenzien und Gnaden an diselbe umb gutachtlichen Bericht remitirtes Supplikatum des umb allergnädigste Konferirung sotaner bei der Prager Judengemeinde dato vacirenden Physikatstelle konkurrirenden und zu Frankfurt an der Oder promovirten Medicinae Juden-Doctoris Moysis Salamon Gumpertz mir als p. t. facultatis medicae Decano, hierüber die medizinische Fakultät zu vernehmen, zustellen lassen. Dannenhero habe zu Befolgung dessen bei veranlaßter Zusammenkunft deren Herren Professorum et Doctorum medicinae mit denenselben die behörige Unterred- und Beratschlagung gepflogen, des obermelten Supplikanten Qualitates morum et scientiae tarn theoricae, quam practicae, gründlich untersuchet und befunden, daß gleichwie deren vorigen Herren Decanorum Low, Fuchs, Meisner, Gellhausen beigebogene Attestata mit mehrern de subjecti capacitate, solida methodo medendi et artis experientia bezeugen, also auch selbte durch des Supplikanten würklich gute Aufführung (welche der ganzen medizinischen Fakultät wohl bekant) bekräftiget werden, wessentwegen die sammentliche medizinische Fakultät obbemelten Moyses Salomon Gumpertz zu den allhiesigen erledigten jüdischen Physikat nicht allein allerdings fähig, sondern auch vor allen anderen mit konkurriren mögenden am tauglichsten zu sein erachtet, besonders, weilen er bei der allhiesigen Judenschaft die beste Wissenschaft ihrer Lebensart, Komplexionen, gewöhnl. Krankheiten, dann auch andere nutzbare Notiz mehr hat, so er ihme durch die bei seinen verstorbenen Vater gehabte Praxim erworben, und also in allen diesen gleichwie in ipsa arte alle dienliche Handleitung wie auch vorteühaftigen Unterricht erhalten hat, anbei in seiner Aufführung einer absonderlichen Nichtern- und Wachtsambkeit befleißet, wie auch in morbis contagiosis sich beherzt und also behutsamb in praescribendo zeiget, daß selten in schweren und gefährlichen Krankheiten ohne Zurufung eines oder mehrern christlichen Medicorum etwas vorzunehmen sich unterfanget, nicht minder in allen Begebenheiten unvertrossen, fleißig und embsig, diensthaft und, wie gerühmet wird, mit denen Armen auch mitleidig erscheinet. Welches alles, da Ewer Magnifizenz und einen löbl. Akademischen Magistrat bestermaßen so zu berichten schuldig, beibringe , zugleich verbleibe Ewer Magnifizenz und eines löbl. Akademischen Magistrats dienstwilliger Ludovicus Henricus Voss, Med. Doctor, facultatis medicae p. t. Decanus, et Facultas Medica. 1 In den Akten des Arch. Min. Inn. Prag, Alte Manip. J 4/45, Bl. 4-7, befindet sich die Urschrift dieses Majestätsgesuches vom 24. Juli 1731; daselbst, Bl. 18 f., ist ein Bericht der Prager Statthalterei an den Kaiser vom 5. November 1731 enthalten, „daß dem Juden [Moses] Salomon Gumpertz das ledigstehende Physikat bei der Prager Judenschaft allergnädigst konferiret werden könnte". 118

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