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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 113

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 113)
Language
German
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S. 160 schreibt: „Joel Beer war der erste Jude, der in Prag am 24. Januar 1788 das Doktorat der Medizin erlangte". 359 Laut Eintragung vom 12. Juni 1805, - anläßlich der Erbschaftsregelung nach Dr. Abraham Kisch, - im Liber albus judeorum 45, Bl. 293, Archiv der Hauptstadt Prag; Mitteilung von Prof. Dr. Bruno Kisch in Köln. Siehe auch weiter unten Anm. 366. 360 Abdruck bei PHbram, IL, Nr. 259, S. 3 ff. und bei Kisch, Urk. Nr. 32; dazu PHbram, L, S. CHI ff. 361 PHbram, IL, Nr. 259, HL, S. 7 f., woselbst das Hofkanzleidekret vom 4. September 1790 angeführt wird; mit dem Datum 25. Oktober 1790 auch bei Wolf, Studien zur Jubelfeier, S. 93 f. 362 Die folgende Darstellung beruht auf den Akten des Univ. Arch. Prag, Sign. A 88 aus dem Jahre 1790, abgedruckt bei Kisch, Urk. Nr. 32. 363 Vgl. Schnabel, Geschichte der juridischen Fakultät zu Prag, HL, S. 118 f.; Universitäts-Festschrift, S. 17. 364 Über die Vorgänge, Handlungen und Feierlichkeiten beim Promotionsakt im allgemeinen Schnabel, HL, S. 117-126. 365 Welche historische Bedeutung der Promotion eines Juden zum Doctor juris im Jahre 1790 zukommt, erhellt am besten, wenn man bedenkt, daß die juristische Fakultät der Universität Breslau noch im Jahre 1850 beschließen konnte, „daß die Erteilung der Würde eines Doktors des Rechts, und zwar des jus civile ebensowohl, als des jus canonicum an einen Bekenner der mosaischen Religion für unstatthaft und mit der ursprünglichen Bedeutung sowie der geschichtlichen Entwicklung dieser akademischen Würde, überhaupt mit dem Kern aller Grundlagen unseres gesamten Rechtszustandes für unvereinbar zu erachten ist". Dieser Beschluß, der damals natürlich viel Aufsehen erregte, wurde alsbald vom preußischen Ministerium als verfassungswidrig aufgehoben. Schon vorher war der berühmte Verfasser des „Strafrechts der Germanen" Professor Wilhelm Eduard Wilda literarisch gegen ihn aufgetreten. Näheres in der Zeitschrift „Der Orient", 11. Jahrgang, Leipzig 1850, S. 113 ff., 117 ff., 176; über Wilda, damals Professor an der Universität Breslau, G. Kisch, Wilhelm Eduard Wilda in: Mitteldeutsche Lebensbilder, 5. Bd., Magdeburg 1930, S. 339-352. 366 Vgl. oben den Text und Anm. 360, 361, und Kopetz, S. 157. Joel ist später Hof- und Gerichtsadvokat in Wien gewesen; vgl. Wolf, Studien, S. 91; G. Wolf, Geschichte der Juden in Wien, Wien 1876, S. 98. Im Berichtenbuch, Band 1794 bis 1799 der Prager israel. Kultusgemeinde im Archiv der israel. Kultusgemeinde in Prag befindet sich ein Gesuch an das Landesgubernium vom 6. Januar 1799, daß „da der in Wien befindliche Juris Doctor Raphael Joel, welcher sich nach Vernehmentaufen lassen", der Gemeinde an Beiträgen noch 38 Gulden 36 Kreuzer schuldet, er zur Zahlung verhalten werden soll; Mitteilung von Prof. Dr. Bruno Kisch in Köln. Neuestens erschien eine Skizze, bedauerlicherweise ohne Angabe der Archivquellen, von Paul J.Diamant, Dr. Rafael Joel (1762 bis 1827), der erste jüdische Advokat im alten Österreich, ZGJC. 4 (1934), S.lOff. mit interessanten genealogischen Angaben. Danach ließ sich Rafael Joel 1798 in der Wiener Peterskirche taufen, erhielt dabei den Taufnamen Karl und 1817 den Ritterstand mit dem Prädikat von Joelson. Seine Nachkommen, die in den Freiherrnstand erhoben wurden, sind zu höchsten Würdenträgern im österreichischen Heere emporgestiegen. Joels Gattin Amalie geb. Kisch (oben Anm. 359) hat sich aber noch vor seiner Taufe von ihrem Manne scheiden lassen. 367 Schnabel, II., S. 80. In der Eingabe der Prager Advokaten an den Kaiser (PHbram, II., Nr. 259, S. 3) wird ausgeführt, daß Eidlitz „nicht einmal auf einer erbländischen Universität die öffentlichen juridischen Vorlesungen hörte". Er war Advokat in Prag und ist am 2. Dezember 1834 gestorben, laut Eintrag in der Doktorenmatrikel 1796 bis 1817, LH., S. 149; Univ. Arch. Prag. 368 Schnabel, III., S. 133. - Aus der Doktorenmatrikel späterer Jahre habe ich noch folgende juristische Doktorpromotionen jüdischer Kandidaten notiert: 108

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