Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 98)
- Language
- German
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zessionsreskript für ihn vom 16. März 1749 erhalten, die mit dem Promotionseintrag in den Annalen der medizinischen Fakultät zu Halle erstmals bei Kisch, Urk. Nr. 11, veröffentlicht sind. Der Titel der Dissertation, der ein Curriculum vitae nicht beigefugt ist, lautet: „Dissertatio inauguralis practico-medica sistens theoriam ac therapiam phtiseos pulmonalis, quam summi numinis praesidio, iussu et auctoritate gratiosae facultatis medicae in academia Fridericiana pro licentia summisque in medicina honoribus et privilegiis doctoralibus legitime impetrandis ad diem XXV. Junii 1749 eruditorum censurae exhibuit auctor Abraham Kisch, Pragensis, gente judaeus. Halae Magdeb., typis Kitlerianis", 23 Seiten, Quart. Ein Exemplar besitzt einzig die Universitätsbibliothek Heidelberg, Signatur Diss. med. Halle 1749, 4°. 174 Vgl. Johann Franz von Herrmann, Geschichte der Israeliten in Böhmen, Wien und Prag 1819, S. 98 f.; J. Gr atzer, Geschichte der israel. Krankenverpflegungsanstalt und Beerdigungsgesellschaft zu Breslau, Breslau 1841, S. 31 ff.; Carmoly, Histoire des medecins juifs, S. 230; Landau, Geschichte der jüdischen Ärzte, S. 130; A. Stein, Die Geschichte der Juden in Böhmen, Brünn 1904, S. 128; E. Heinrich Kisch, Erlebtes und Erstrebtes, Stuttgart, 1914, S. 7 f.; Ludwig Singer, Zur Geschichte der Toleranzpatente in den Sudetenländern, JGJC. 5 (1933), S. 243; am ausführlichsten Louis Lewin, Geschichte der israelitischen Kranken Verpflegungsanstalt und Beerdigungsgesellschaft zu Breslau 1726—1926, Breslau 1926, S. 36 f.; daselbst S. 113 f., ist erstmals der zwischen Dr. Abraham Kisch und den Vorstehern der Breslauer Chewra Kadischa am 12. Elul 1767 abgeschlossene Anstellungsvertrag im ursprünglichen hebräischen Wortlaut veröffentlicht, ein interessantes, wegen seines Inhalts wohl einzigartiges Dokument. — Daß „auch die Hallische philosophische Fakultät Dr. Abraham Kisch mit dem Doktorhut geschmückt haben" soll, — so Lewin, S. 37, — gehört in das Reich der Fabel. Sie geht wohl auf die Tatsache zurück, daß Abraham Kisch, wie alle Medizinstudenten, in Halle auch philosophische Vorlesungen hören mußte. Nur in Padua erfolgte die Promotion zum „Doctor philosophiae et medicinae"; vgl. Warchal, an dem oben Anm. 120 angegebenen Orte, S. 56 Anm. Das war jedoch in Halle so nicht üblich. - Neuestens G. Kisch, ZGJD. 5 (1934), Heft 4. Folgende Archivakten sind für die Lebensbeschreibungen des Dr. Abraham Kisch bisher unbeachtet und unbenutzt geblieben: 1. Archiv der israelitischen Kultusgemeinde Prag, Akten „über den bewilligten Abzug außer Land des Dr. Abraham Kisch", 5. X. 1765, Nr. 3918; 21. VIII. 1766, Nr. 3555; 28. XI. 1766, Nr. 3609; Mitteilung von Bibliothekar Dr. T. Jakobovits in Prag; 2. Staatsarchiv in Breslau, Acta von Judensachen zu Breslau, Sign. Rep. 199 M. R. XV 5 vol. IL, Bl. 56—58, 88 (8. Mai, 4. Juli, 28. Dez. 1754) Ablehnung des Niederlassungsgesuches für Dr. Abraham Kisch; Bl. 113 ff.: Antrag auf Gestattung der Toleranz für Dr. Abraham Kisch als jüdischer Medicus in Breslau, vom 24. Dezember 1755, Kisch, Urk. Nr. IIa; Bl. 128: Gesuch der Breslauer Judenschaft um Toleranz für Dr. Joachim Salomon Koref, vom 14. Juli 1761, da Dr. Abraham Kisch „nach einer nur kurzen Zeit allhier genossenen Toleranz von seiner Konvenienz gestunden, sein Domicilium nach seiner Vaterstadt Prag zu transferiren, und dahero auch bereits im Etat pro anno 1758/59 weggelassen worden". Weitere neue Notizen zur Biographie des Dr. Abraham Kisch: Rechtsstreit mit Joachim Edlem von Popper wegen eines Hauskaufs im Jahre 1789, S. Krauss, Joachim Edler von Popper, Wien 1926, S. 36; Niederlassung als Arzt in Breslau, Elisabeth Kupka, Die ersten jüdischen Ärzte im preußischen Breslau, Jüdische Familienforschung 8 (1932), S. 439 f.; Unterzeichnung einer Beschwerdeschrift der Prager jüd. Gemeinde vom Jahre 1798, Simon Adler, Das Judenpatent von 1797, JGJC. 5 (1933), S. 228 Anm. 1; Nachkommenschaft seiner Tochter Amalie verehel. Joel, Paul J. Diamant, Dr. Rafael Joel (1762—1827), ZGJC. 4 (1934), S. 13 ff. Schon aus diesen beiden Datumangaben, sodann aus Abr. Kischs Tätigkeit in'Breslau 1767—1770, ersieht man die Unrichtigkeit des in der Literatur vielfach 93