Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 96)
- Language
- German
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müssen ihre Angaben naturgemäß vielfach nur zufällig, zumeist bloß fragmentarisch und lückenhaft sein. Soll aber die Geschichte des Studiums der Juden an den deutschen Universitäten als solche erforscht werden, dann muß die Untersuchung systematisch für jede einzelne Universität auf Grund des gesamten erreichbaren Urkundenmaterials erfolgen. Das Gleiche wie für die deutschen Universitäten gilt natürlich für die von deutschen Juden viel früher besuchten ausländischen, namentlich die italienischen und holländischen Hochschulen. Das Verdienst, diesen schwierigen, aber notwendigen Weg der Forschung zuerst eingeschlagen zu haben, gebührt der reichhaltigen Arbeit von Louis Lewin, Die jüdischen Studenten an der Universität Frankfurt an der Oder im JJLG. 14 (1921), S. 217-238, 15 (1923), S. 59-96, 16 (1924), S. 43-85, die aber nicht frei von Irrtümern und Versehen ist (vgl. z. B.weiter unten Anm. 222, 223). Künftig wird sich die Arbeitsmethodik und Darstellung der Ergebnisse noch nach verschiedenen Richtungen ausgestalten lassen. Dazu jetzt G. Kisch, Universitätsgeschichte und jüd. Familienforschung, Jüd. Familienforschung 10 (1934), Heft 35/36, auch Sonderausgabe Halle 1934; daselbst S. 11 ff.: III. Die jüdischen Doktoren der Universität Frankfurt an der Oder, mit Berichtigungen und Ergänzungen zu Lewins Arbeiten. Eine weitere verdienstliche Abhandlung, auf ungedruckten Quellen beruhend, besitzen wir für die Universität Duisburg von Adolf Kober, Jüdische Studenten und Doktoranden der Universität Duisburg im achtzehnten Jahrhundert, MGWJ. 75 (1931), S. 118—127, mit Ausblicken auf andere deutsche Universitäten. Von ihnen ist selbständig nur noch Heidelberg behandelt durch P. Rieger, Deutsche Juden als Heidelberger Studenten im achtzehnten Jahrhundert, in der Festschrift für Martin Philippson „Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden", Leipzig 1916, S. 178—183. Adlers, Studie „Die Entwicklung des Schulwesens der Juden zu Frankfurt am Main", JJLG. 19 (1928), S. 246ff., enthält aktenmäßige Notizen besonders für Gießen. Aus dieser Arbeit und der von J. Eschelbacher, Die Anfänge allgemeiner Bildung unter den deutschen Juden vor Mendelssohn, Philippson-Festschrift, S. 168—177, geht deutlich hervor, daß eine zusammenfassende Darstellung der Geschichte des Universitätsstudiums der Juden in Deutschland noch verfrüht wäre. An eine solche wird man erst herantreten können, wenn für alle oder doch wenigstens die meisten Universitäten, die in Betracht kommen, monographische Untersuchungen vorliegen und besonders die Quellen im Druck zugänglich gemacht sein werden. 151 Eschelbacher, a. a. O., S. 168. 152 p. Rieger, a. a. O., S. 178. 153 Die im Text folgende Zusammenfassung beruht auf den Forschungsergebnissen von Kober, Rieger, Adler, Lewin, deren einschlägige Arbeiten oben in Anm. 150 angeführt sind, sowie auf eigenen Untersuchungen. 154 Seine Immatrikulation datiert vom 18. April 1697, wie Adler, JJLG. 19 (1928), S. 246, richtig angibt, nicht erst vom 18. April 1698, wie Kober, MGWJ. 75 (1931), S. 118, irrtümlich mitteilt; vgl. Ernst Klewitz und Karl Ebel, Die Gießener Matrikel, Mitteilungen der oberhessischen Geschichtsvereins in Gießen, neue Folge, 4 (1893), S. 34, Nr. 26. Die von Kober, a. a. O., erwähnte Immatrikulation eines zweiten Juden, Meyer Low aus Vetzberg, vom 13. Dezember 1706, ist jedoch anscheinend nicht zustande gekommen; denn der betreffende Eintrag ist wieder durchstrichen worden; vgl. Adler, a. a. O., S. 247; Mitt. des oberhess. Geschichtsvereins 5 (1894), S. 21. 155 Vgl. Guido Kisch, Die Anfänge der jüdischen Gemeinde zu Halle, Jahrbuch „Sachsen und Anhalt" 4 (1928), S. 136 f. 156 Darüber ausführlich Lewin, JJLG. 14 (1921), S. 222 ff., und 16 (1924), S. 83f., was Krauss, Ärzte, S. 80f. und Anm. 226, übersehen hat; dazu jetzt G.Kisch, Universitätsgeschichte und jüdische Familienforschung, S. 8, Anm. 12. 157 II. Teil, VI. Buch, 23. Kap. § 22, S. 403. 158 Oben S. 21 f. 159 Vgl. G. Kisch, Die Anfänge der jüdischen Gemeinde zu Halle, a.a.O., S. 138 ff., 142 f. 91