Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 93)
- Language
- German
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139 Am 11. Mai 1742; Kaufmann-Freudenthal, S. 379; seine Grabinschrift bei Lieben-Hoch, Gal Ed, Nr. 39 b. Nach dem Original in Halleschem Privatbesitz (oben Anm. 101). 141 Kaufmann-Freudenthal, S. 378 und Anm. 3; danach Krauss, Ärzte, S. 136 und Anm. 399. - Schon früher hatte Moses Salomon Gumpertz als Adept der Heilkunde zugleich mit seinem Vater den ärztlichen Stand in der Prager Judenschaft feierlich vertreten. Es war im Festzug des 18. Mai 1716, den die Prager Judengemeinde zur Feier der Geburt des am 13. April geborenen, am 4. November 1716 aber bereits verstorbenen Kronprinzen Leopold Johann Joseph als Huldigung für Karl VI. veranstaltete. Der in Frankfurt a. M. gedruckte Bericht über diese Freudenbezeigung erzählt von der Teilnahme der beiden Gumpertz: „Darnach seynd gangen zwey Trompeter, darnach iß gangen R. Chajim Eger in ein sammeten Kleid und Camisol, Hosen, alles schwartz, und ein Stab in die Hand; und nach ihm ist gangen der gelährte berühmte Doktor Medicus Rabbi Salman der Artzt, den Gott behüte, mit seinem Sohn, auch so verkleid in schwartz Sammet, und in beydt Händen Artzney-Bücher, und ihre Wapen in die Hände, wo sie doctoriret worden; Nach ihm David Apotheker, ein schwartz Kleid und grün Vortüchel an und ein silberne Balsambuchs in der Hand, und darnach seyn gegangen alle Balbirer, Teutsch gekleid, lange Kleider an biß auff der Erden, und mit Kräglich, als wie Teutschen, vier Zeilen, darnach seynd gangen Baibier-Gesellen, farbene Kleider und ein Butz-Becken angebunden, und auff der Hand gelbe und schwartze Waschen Bänder". Treuer heißt es in der aus Prag selber stammenden Beschreibung: „24. der Judenschafts-Medicus Ordinarius Salomon, mit seinem Sohn Moyses Salomon Gumpert, annoch Medicinae Studioso, in schwartz-Sammeter Doctor- Kleydung mit Quaree-Peruquen, vor ihm tratte sein achtjährig, in schwartz und gelben Sammet, schönstens gekleydeter Sohn, als ein Page, seines Vatters Privilegia an einer vergüldeten Stange vor sich tragen, welchen alle Judische Barbierer, mit ihrem Zeug und Instrumenten in Händen, in schwartzer Kleydung, die Verheurathete mit Mänteln und Ueberschlägen, die Gesellen aber in allerhand gefärbtschönster Kleydung, mit ihren Barbier-Schüsseln, mit schönen Bändern am Armben hängende, folgten"; so nach Schudt, Jüdische Merkwürdigkeiten IV., 3. Kontinuation, S. 153, 171, Kaufmann-Freudenthal, S. 376f., und ihm folgend Krauss, Ärzte, S. 135. Wenn man die bei Schudt, a. a. O., S. 114, enthaltene Reproduktion des Prager Kupferstichs von 1716 betrachtet, sieht man zwei in Ärztetracht einherschreitende erwachsene Personen, von denen die eine älter zu sein scheint, aber beide, jede in der vorgestreckten rechten Hand, ihre Doktordiplome vorweisen. Daher stimmen beide alten Berichte nicht: Der im zweiten erwähnte, als Page verkleidete Sohn mit dem Doktordiplom an einer vergoldeten Stange ist nicht zu sehen; der nach dem ersten mit dem „Doktorwappen" geschmückte Sohn Moses ist damals tatsächlich noch nicht im Besitze eines Doktordiploms gewesen, so daß auch die Abbüdung selbst eine Unstimmigkeit aufweist. 142 Vgl. die oben in Anm. 120 angeführten Schriften von L. Lewin, Balaban und Warchal. 143 Die Promotion eines Juden in Padua kostete 1650 venezianische Lire, die eines Christen war erheblich billiger. Jeder neu kreierte jüdische Doktor mußte zur Ablösung des Doktorschmauses, der früher in seiner Wohnung stattgefunden hatte, dem ersten Pedellen der Universität 170 Pfund Konfekt in 35 Päckchen übergeben, wovon jede der 31 Universitätsnationen eine, die englische, schottische und deutsche als stärkste Nationen 2, die Bediensteten eine Packung erhielten. Vgl. Warchal, a. a. O., S. 57, Pick, Jessenius, S. 20 Anm. 1; Krauss, Ärzte, S. 85. 14* Samuel Josef Fünn, Kirja-Neemana (Geschichte der Stadt und der Juden zu Wilna), Wilna 1860, S. 104f., § 48. Se non e vero, e ben trovato. Deshalb sei hier die Erzählung nach dem hebräischen Original im Wortlaut der Übersetzung, bei deren Herstellung mich Herr Universitätslektor Dr. Mojssej Woskin-Nahartabi in Leipzig freundlichst unterstützt hat, vollständig mitgeteüt. Den Hinweis auf die Stelle verdanke ich meinem Bruder Professor Dr. Bruno Kisch in Köln. Sie 88