Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 92)
- Language
- German
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Beigaben wird die Verbundenheit des Doctorandus mit seinem jüdischen Erziehungsmilieu in schöner Art öffentlich bekundet, 129 So Kaufmann-Freudenthal, S. 376 und S. 379, Anm. 1, ohne Angabe einer Quelle. 130 Kaufmann-Freudenthal, S. 379, Anm. 1. Allerdings reicht dieses Völkerschaftsregister nur bis zum Jahre 1721, die Folge fehlt. 131 Kaufmann-Freudenthal, S. 286, Anm. 1; Lewin, JJLG. 15 (1923), S. 63 und Anm. 1, JJLG. 16 (1924), S. 85 zu 1721. Salman Gomperz, Moses Salomons Vater, war vor seiner Berufung nach Prag eine Zeitlang in Metz als Arzt der jüdischen Gemeinde tätig gewesen; darüber Kaufmann-Freudenthal, S. 374 f. und weiter unten im VII. Kapitel dieser Abhandlung. 132 Schreiben der Prager medizinischen Fakultät an den Rektor und akademischen Magistrat der Universität, Prag, den 1. Juli 1719, Universitätsarchiv Prag A 24; Kisch, Urk. Nr. 8; dieses und andere Prüfungszeugnisse des Moses Salomon Gumpertz bei Kisch, Urk. Nr. 10. Vgl. jetzt auch G. Kisch, Der erste in Deutschland promovierte Jude, MGWJ. 78 (1934), S. 351 ff. 133 Die in der vorigen Anmerkung angeführten, bereits im Jahre 1928 von mir eingesehenen Akten sind wegen baulicher Umgestaltung des Prager Universitätsarchivs jetzt (November 1933) nicht zugänglich. Nach Mitteilung und Notizen meines Bruders Prof. Dr. Bruno Kisch in Köln enthalten sie eine Bemerkung, derzufolge Moses Gumpertz vor 1718 in Leiden in Holland „die Humaniora44 studiert hat. 134 Mit Absicht habe ich den Wortlaut des Textes unverändert in jener Fassung stehen gelassen, die er vor Auffindung der Dissertation von Moses Salomon Gumpertz erhalten hatte. Die nachfolgenden Ausführungen sind erst nach Fertigstellung des Manuskriptes eingefügt worden. Schließlich kam noch eine Abschrift des Doktordiploms im Arch. Min. Inn. Prag (Kisch, Urk. Nr. 10, V) zum Vorschein. 135 Dissertatio medica inauguralis de diversione humorum per revulsionem ac derivationem eorundem, quam adspirante divina gratia in alma Viadrina ex decreto gratiosae facultatis medicae sub praesidio... pro gradu doctorali summisque in arte medica honoribus, juribus ac privilegiis legitime impetrandis in auditorio majori horis ante et pomeridianis ad d. [Lücke zu handschriftlicher Ausfüllung] anni MDCCXXI publicae disquisitioni exponet Moses Gumpertz, Metensis Lotharingus; Francofurti eis Viadrum, typis Johannis Christophori Schwartzii, acad. reg. typogr. 38 S., 4°. Ein Exemplar in der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin I a 356, Nr. 38. 136 Die Verteidigung der Dissertation durch Moses Salomon Gumpertz hatte am 4. September im großen Universitätsauditorium in Frankfurt a. O. stattgefunden, das königl. Konzessionsreskript mit der Promotionsbewilligung datiert vom 22. September 1721, laut Zeugnis der medizinischen Fakultät Frankfurt a. O., Aich. Min. Inn. Prag, Alte Manip. J 4/45, Kisch, Urk. Nr. 10 I. und königl. Reskript GStA. Berlin, Rep. 51, Nr. 91, Vol.II, Bl. 110, Kisch, Urk. Nr. 10 IV. Danach scheint ein feierlicher Promotionsakt nicht mehr vorgenommen worden zu sein, worauf das Berliner Datum des Konzessionsreskripts im Doktordiplom vom 15. Oktober 1721, - statt des Tages der Promotionsfeier in Frankfurt selbst, - schließen läßt. Dies geschah offenbar im Interesse des jüdischen Doktorkandidaten, um ihm neue Schwierigkeiten zu ersparen. Solche hätten für ihn leicht entstehen können, weil die feierlichen Promotionsakte damals noch in der Frankfurter Kathedralkirche abgehalten wurden, von wo sie erst 1734 „wegen Menagierung unnötiger Unkosten" in das große Auditorium verlegt wurden; vgl. GStA. Berlin, Rep. 51, Nr. 91, Vol. III, Bl. 80 f. 137 Demzufolge ist die Meinung, daß Moyses Sobernheim aus Bingen, am 25. Januar 1724 an der Universität Halle promoviert, der erste an einer deutschen Universität kreierte jüdische Doktor der Medizin gewesen sei, nicht haltbar; sie war von Adler, JJLG. 19 (1928), S. 247 f., aufgestellt und ist auch von Kober, Rheinische Judendoktoren, S. 218 und MGWJ. 75 (1931), S. 119, vertreten worden. 138 Kaufmann-Freudenthal, S. 379. 87