Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 86)
- Language
- German
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Anforderungen. Bedauerlicherweise fehlt es für den weltberühmten alten jüdischen Friedhof in Prag an einer befriedigenden Neuaufnahme und gründlichen Bearbeitung der Grabschriften, wie sie in vorbildlicher Weise Bernhard Wachstein in seinem monumentalen Werke für Wien geschaffen hat: Wachstein Die Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien, 2 Bde., Wien und Leipzig 1912 und 1917. Dadurch geht der jüdisch-historischen Forschung für Böhmen dauernd wertvollstes Quellenmaterial unwiederbringlich verloren. Die berufenen Kreise und Körperschaften Prags müßten endlich an die große und wichtige Aulgabe herantreten, bevor es zu spät wird. Die Bemühungen, die mein Bruder Professor Dr. Bruno Kisch in Köln und ich im Jahre 1924 gemeinsam daran wendeten, diese Arbeiten in Gang zu bringen, sind leider meines Wissens bisher ohne Ergebnis geblieben. Deshalb kann selbst die kümmerliche Literatur über den Prager Judenfriedhof, die auf Podiebrad-Foges, Altertümer der Prager Josefsstadt (oben Anm. 7) folgte, noch immer nicht unbeachtet bleiben. Es ist die populäre, aber verdienstliche Schrift von Adolf Kohut, Der alte Prager jüdische Friedhof, Prag 1897, und die dilettantische, in den Daten nicht immer zuverlässige, daher mit Vorsicht zu benützende Zusammenstellung von Moritz Popper, „Die Inschriften des alten Prager Judenfriedhofs, zum erstenmal vollständig entziffert von Leopold M. Popper", 1. Heft, Braunschweig 1893 (zuerst unvollständig erschienen in Geigers ZGJD. 5 (1892), S. 348-375).- Jüdische Ärzte sind zu finden bei Lieben-Hock unter den Nummern: 6, 39, 64, 81, 104, 112, 113, 168; bei Hock-Kaufmann an vielen Stellen; vgl. S. 342 ff. „Rofe" (= Arzt); Carmoly, Histoire des meclecins juifs, S. 229 ff.; Kohut, S. 98, 103; Popper, S. 29 ff. (Geigers ZGJD. 5, S. 374 f.); Steinschneider, an den oben Anm. 72 angegebenen Orten; ferner Kaufmann-Freudenthal, Die Familie Gomperz, S. 370 bis 382: Die Gomperz in Prag; S. H. Lieben, Megillat Juchassin Mehral mi-Prag, die Deszendententafel des hohen Rabbi Low, JJLG. 20 (1929), S. 333, Zeile 1; vgl. auch Spiegel, Die Prager Juden zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, S. 123; JGJC. 1 (1929), S. 82, 222 f., 4 (1932), S. 328; Landau, Geschichte der jüd. Ärzte, S. 101; Münz, Die jüd. Ärzte im Mittelalter, S. 52; Krauss, Ärzte, S. 56, 94, 115, 135 f., 139 f.; Friedet Pick, Prag und Montpellier, Sudhoffs Archiv für Geschichte der Medizin 17 (1925), S. 158, Anm. 2. 81 Hock, Annotationen, S. 71; Wachstein, Inschriften I., S. 61. Literatur über die Familie Chalfan jetzt in Enc. Jud. 5, S. 207 f. 82 Wachstein I., S. 98. 83 M. Zuckermann, Übersicht über den jüdisch-geschichtlichen Inhalt des kgl. Staatsarchivs zu Hannover, Mitteilungen des Gesamtarchivs der deutschen Juden 2 (1910), S. 80; Ignaz Schwarz, Geschichte der Juden in Wien im Werke Anton Mayer, Geschichte der Stadt Wien, 5. Bd., Wien 1914, S. 59, Anm. 9. Vgl. den Freibrief Kaiser Rudolphs II. für „Eliam Halfanum Juden, Medicinae Doctor", de dato Prag, 5. Juli 1598, Staatsarchiv Hannover, Cal. Br. Arch. Des. 32,1, Nr. 16, abgedruckt bei G. Kisch, Urk. Nr. 1. 84 Wachstein, I., S. 217, 162 ff.; Alfred Landau und Bernhard Wachstein, Jüdische Privatbriefe aus dem Jahre 1619, Wien und Leipzig 1911, Nr. 1 und 2; J. Schwarz, a. a. O., S. 59 f., Anm. 10. 85 in einem Brief an seine Frau Resel, Tochter des Samuel Phöbus Theomim in Wien schreibt Ahron Maor-Katan Lucerna im November 1619 aus Prag (Landau- Wachstein, Jüdische Privatbriefe, S. 5 f.): „... ich bin hie gar wol gehalten von der ganz Gemeinde, ihr Fels und Erlöser behüte sie, un' beste Gottlob gar wol. ich hab gar viel zu ton unter Juden und Christen, zu unterscheiden; ich hab mir musen ein Pferd nemen, as ich nit kan ales derlafen. ich reit ale zeit frühmorgens aus un' kum selten u[nter] 21 oder 22 ur [das ist 2 oder 3 Uhr Nachmittags; Landau-Wachstein, S. 5 f., Anm. 10] aheim zum esen, ich hab kaum der weil, as ich esen kan". „Ich hab mir kaum die Stunde abgestohlen; den ich hab vil zu ton,...". In einem Briefe der Schwester Mirjam des Ahron Maor-Katan Lucerna an seine Frau vom gleichen Datum und Ort heißt es (Landau-Wachstein, S. 3): „... as du dich nit weist dran keren an unsern schreiben, [nämlich nicht nach Prag zu kommen,] mecht er [Ahron 81