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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 71

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 71)
Language
German
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IRI
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zu machen; die verbreitete Kenntnis der symbolischen Bücher, der Religionslehre, der Institutionen usw. des Judentums eine die allgemeine Wohlfahrt sichernde Verständigung zwischen Christen und Juden, welche letztererseits durch Separatismus, erstererseits durch Verdächtigung gehindert wird, anzubahnen". Mafans Begründung dieser Auffassung, die viele Seiten umfaßt und ein lesenswertes Zeitdokument darstellt, widerlegte die jüdischen Gutachten Punkt für Punkt mit großer Sorgfalt und Gründlichkeit. Mafan war zu jener Äußerung, in welcher er Wessely „in wissenschaftlicher Durchbildung unbedingt über alle Juden Prags gestellt" zu wissen wünschte, umso mehr kompetent, als er sich selbst als freiwilliger Zuhörer Wesselys bekannte. Auf ihren Boden stellte sich denn auch vorbehaltlos das Studiendirektorat der theologischen Fakultät, dem sich der Bericht des Guberniums an die k.k. Studienhof kommission in Wien anschloß. Nachdem seit dem ersten Gesuche Wesselys nicht ganz anderthalb Jahre vergangen waren, wurde ihm mit kaiserlicher Entschließung vom 27. Juni 1846 zunächst für zwei Jahre gestattet, „an der Prager Hochschule außerordentliche Vorlesungen über hebräische Sprache und rabbinische Literatur abzuhalten6'.388 Dabei habe er die Förderung der Wissenschaft, insbesondere des Sprachstudiums als Hauptziel seiner Vorträge zu betrachten, zur Vermeidung von Konflikten beim Lesen biblischer und jüdischer Bücher sich auf die grammatikalische Erklärung zu beschränken, ohne sich in eine Exegese einzulassen; um die Studierenden nicht von ihren Hauptstudiengegenständen abzuziehen, seien die Vorlesungen auf drei Wochenstunden zu beschränken. Bezüglich des Unterrichts dürfe kein Zwang eintreten, das Direktorat der philosophischen Studien habe ihn sorgfältig zu überwachen, am Schlüsse des ersten Jahres genauen Bericht zu erstatten, im zweiten Jahre weitere Vorschläge zu machen. Wesselys Vorlesungen fanden Anklang. Schon im ersten Jahre wurden sie von 86 Hörern jüdischer und christlicher Konfession besucht, obwohl keinerlei Unterrichtszwang für den Gegenstand bestand, 43 Teilnehmer unterzogen sich erfolgreich der Prüfung. Im zweiten Jahre stieg die Anzahl der inskribierten Hörer auf 119, eine öffentliche Prüfung konnte infolge der Ereignisse des Jahres 1848 nicht stattfinden. Diese Erfolge veranlaßten Wessely, an das Unterrichtsministerium nach Wien die Bitte zu richten, die Fortsetzung seiner Vorlesungen an der Prager Universität zu gestatten, ihm den Titel eines ordentlichen oder außerordentlichen Universitätsprofessors zu verleihen und ihm für die Erteilung des Unterrichts einen fixen jährlichen Gehalt zu bewilligen, für den er außerdem den hebräischen Unterricht an den Prager Gymnasien erteilen wolle. Das Gesuch fand die wärmste Unterstützung des philo- 66

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