Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
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gen aufzuweisen hat, ist an der alma maier Viadrina zu Frankfurt an der Oder - und sogar früher als in Halle - eine Anzahl jüdischer Studenten und Doktoren aus Prag zu finden. Drei von ihnen sei vorweg eine kurze Betrachtung gewidmet, weil Mitglieder ihrer Familien als Prager Ärzte mit Universitätsausbildung bereits erwähnt worden sind. Der eine Moses Solomon Gumpertz ist am 22. Juli 1721 in die medizinische Matrikel eingetragen und als Metensis Lotharingus bezeichnet worden .214 Kurz darauf erhielt er in Frankfurt auch die medizinische Doktorwürde . Er war der in Metz geborene Sohn des Prager jüdischen Gemeindearztes Dr. Salman Gomperz, dessen Name in Prag die Form Gumpertz angenommen hat. Nach dem Tode seines Vaters, dem er schon mehrere Jahre assistiert hatte, rückte er in seine Stelle ein. Von ihm ist bereits die Rede gewesen.215 Über einen weiteren Träger des Namens Gumpertz, am 20. September 1748 als Joseph Gumpertz Pragensis in die Matrikel eingetragen, ist nichts Genaueres zu ermitteln.216217 Von dem anderen, der bloß als „Jude Kisch aus Prag" bezeichnet wird, ist sonst nichts bekannt, als daß seine Immatrikulation in der medizinischen Fakultät am 25. April 1766 erfolgte.218 Da nicht einmal sein Vorname in dem Matrikeleintrag angegeben wird, ist er in die Genealogie der Familie Kisch mit Sicherheit nicht einzuordnen. Zeitlich könnte das Immatrikulationsdatum auf den früher erwähnten, in Halle promovierten Bruder Abraham Kischs Dr. David Kisch passen und würde dann vor den Jahren seines Studiums in Groningen liegen ,219 Aber es ist doch wohl anzunehmen, daß David Kisch in seinem Promotionsgesuche an den König ein in Frankfurt an der Oder etwa vorangegangenes Medizinstudium der Vollständigkeit seines Lebenslaufes wegen angegeben hätte, wie er es bezüglich seines Aufenthaltes in Groningen und Göttingen zu tun nicht unterlassen hat. Am 13. September 1756 wurde Wolf Löbl Geiteles immatrikuliert; dem Eintrag ist die Bemerkung „Judaeus Pragensis" hinzugefügt.220 Höchstwahrscheinlich gehört er der altprager Ärztefamilie Jeitteles an, von der ein anderes Mitglied Jonas Jeitteles kurz vorher seine Studien in Halle abgeschlossen hatte.221 Bisher ist es nicht gelungen, hinsichtlich seiner genealogischen Einordnung über Vermutungen hinauszukommen.222 Ebenso liegt über seinem weiteren Schicksal ein Schleier gebreitet. Ein anderer Prager Medizinstudent in Frankfurt an der Oder ist Veibel Meschulam Bonde (Bondi), der dort am 5. Mai 1769 immatrikuliert wurde.223 Möglicherweise ist er mit dem Arzte „Phoebus, Sohn des Meschulam aus Prag", identisch, der 1777 als jüdischer Gemeindearzt nach Danzig berufen worden ist .224 Dieser scheint in Frankfurt an der Oder promoviert worden zu sein, wo ein Medizinstudent namens Philipp 32