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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 27

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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gefolgt sei, wenn die Immatrikulation nicht sogar ausschließlieh zum Zwecke der Promotion bewirkt worden ist.134 Den aktenmäßigen Beweis dafür liefert Moses Gumpertz' 1721 in Frankfurt gedruckte Doktordissertation,135 durch deren Auffindung, welche mir auf Grund lange vergeblicher Nachforschungen erst kurz nach Abschluß der vorliegenden Arbeit geglückt ist, alle meine früher geäußerten Vermutungen bestätigt werden. Sie stellt außerdem ein überaus wichtiges Dokument dar, dessen historische Bedeutung über den hier betrachteten Einzelfall weit hinausreicht . Sie bildet nämlich den Beweis für die erste Doktorpromotion eines Juden an einer deutschen Universität.136 Moses Salomon Gumpertz ist der erste in Deutschland promovierte jüdische Doktor der Medizin.1*1 So leuchtet auch ein, warum er wohl auf die Ausführung seiner Absicht, an der Universität Padua zu studieren, verzichten konnte. Moses Salomon Gumpertz, der später seinen Namen auf Urkunden als Medicinae Doctor unterzeichnet hat,138 ist Arzt der Prager Judengemeinde gewesen, wo er 1742 starb.139 Ein Jahr vorher erscheint er als Vertreter des ärztlichen Standes bei dem Festzuge, den die Prager Judenschaft am 24. April 1741 anläßlich der Geburt des Kronprinzen, des nachmaligen Kaisers Josephs IL, veranstaltete,140 mit seinem dort nicht näher beschriebenen Doktordiplom. Es folgten aufeinander „die fremden Lehrer, unterschieden durch besondere Barette mit dem Buchstaben P; hinter ihnen eine lustige Rotte zu Fuß, freudig in die Welt hineinguckend. An diese schloß sich der Judendoktor Moses Salomon Gumpert, dem ein Lauf er und zwei als alte langbärtige Türken verkleidete Männer gravitätisch voranschritten; bei ihm befand sich sein Sohn, der das Testimonium facultatis medicae des Vaters zur Schau trug. Neben dem Doktor ging der Apothekerssohn mit der jüdischen Apothekerbüchse, und alle National-Bader folgten".141 Moses Salomon Gumpertz wird in dem erläuternden Text auf dem Kupferstich, der diesen für die Geschichte der Prager Judenstadt wichtigen pompösen Festzug im Bilde festhält, wie folgt bezeichnet:140 „12. Der Moyses Gumpertz Medicin Doctor mit seinen Facultaets-Testimonio, nach ihm der Apotheker Löbl Mischl Jeyteles, dann die Jüdische barbierer, Zum Schluß Doctor Meschulem Bondi". Auffallend ist, daß sich aus den schon seit dem siebzehnten Jahrhundert in Prag alteingesessenen Judenfamilien kein Mitglied als Paduaner Student, Magister oder Doktor der Medizin bisher nachweisen ließ. Solange neue Quellenfunde die Annahme nicht widerlegen, wird man daher vermuten dürfen, daß keiner der ihnen angehörenden Ärzte den Weg nach Padua unternommen hatte. Möglich, daß gerade hinter dieser Beobachtung sich der Grund dafür verbirgt, warum die Prager jüdische 22

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