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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 15

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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IRI
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den Druck und um die Aufsicht über die bereits gedruckten, insbesondere die eingeführten ausländischen Bücher in hebräischer Sprache, um die sogenannte Zensur jüdischer Bücher im weiteren Sinne ,66 Schon um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts scheint die Bücherzensur, die etwa zwei Jahrzehnte vorher allgemein in den österreichischen Erblanden eingeführt worden war, in Böhmen auch die hebräischen Bücher erfaßt zu haben. Ihre Ausübung war regelmäßig den Universitäten als Zensurbehörden anvertraut, deren Protektor der höchste kirchliche Würdenträger zu sein pflegte. Ebenso ist es in Prag, Wien und Olmütz gewesen. Von Maßnahmen gegen hebräische Bücher und Eingriffen in den jüdischen Buchdruck in Prag, über dessen Entwicklung im sechzehnten Jahrhundert wir jetzt genau unterrichtet sind, ist aus der ersten Hälfte dieses Zeitabschnittes bisher nichts bekannt geworden. Im Verlauf der religiösen Auseinandersetzungen in Böhmen wurde auch die Bücherzensur zu einem Gegenstande des Streites. Als im Anfang der sechziger Jahre des sechzehnten Jahrhunderts dann als Gegengewicht gegen die alte, in Glaubenssachen reformierte alma mater Pragensis von Ferdinand I. eine neue, von Gliedern der Gesellschaft Jesu geführte Akademie gegründet wurde, suchte diese natürlich sofort auch die Zensur in ihre Hand zu bekommen. Bereits im Jahre 1560 wird den Jesuiten gegen den Widerspruch der alten Universität die Zensur der hebräischen Bücher übertragen . „Kaiser Ferdinand erteilte den der hebräischen Sprache kundigen Lehrern seiner zu Prag gestifteten katholischen hohen Schule die Macht, jedes hebräische gedruckte Buch, das nach Prag zum Gebrauche der Juden würde gebracht und verkauft werden, zu überlesen und zu sehen, ob es nichts der Ehre Gottes Nachteiliges enthielte". Seither verblieb die hebräische Bücherzensur ausschließlich den Jesuiten, welche sie gewöhnlich durch die Professoren der hebräischen Sprache unter Genehmigung des Erzbischofs ausüben ließen. Diese bildeten später als Inspektoren der jüdischen Druckereien die höchste Zensurbehörde in Sachen des jüdischen Buchdrucks. Während der Jahre des dreißigjährigen Krieges waltete die Bücherzensur in Böhmen besonders streng und ebenso berichten die Quellen aus der folgenden Zeit wiederholt von großen Konfiskationen hebräischer Bücher in der Prager Judenstadt, die auf Veranlassung der Jesuiten erfolgt waren, und von langwierigen Prozessen der jüdischen Gemeinde, die sich natürlich daran knüpfen mußten. Zeitweilig waren infolgedessen sogar die jüdischen Druckereien vollständig lahmgelegt. Die erwähnte rechtliche Regelung des Zensurwesens blieb für sie durch das ganze siebzehnte und achtzehnte Jahrhundert hindurch maßgebend. Erst unter Kaiser Joseph II. hat das System eine Änderung erfahren, indem die hebräische Bücherzensur dem Landesgubernium unterstellt wurde. 12

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