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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 11

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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richtungen größere Aufmerksamkeit zuzuwenden begann, Verwendung fand und guten Klang hatte. So ist in einem Berichte der neumärkischen Regierung an den Kurfürsten zu Brandenburg über eine jüdische Ehescheidungsangelegenheit aus dem Ende des siebzehnten Jahrhunderts zu lesen i46 „Worauf der Rabbi vor Bürgermeister und Rat der Stadt Landsberg in pleno ausgesaget, daß er diesen casum auf zwei jüdische Universitäten nach Prag und Groß-Glogau verschicket und ein solches Informat bekommen, daß ihm wohl erlaubet sei, sich mit einer andern Person zu verheiraten". In einem Gutachten, das der Prager Oberrabbiner David Oppenheim im Jahre 1705 der jüdischen Gemeinde zu Halle erstattete, werden als Mitwirkende „alle Mitglieder des angesehenen und hohen Lehrhauses" genannt.47 1802 spricht der Prager Zensor und Translator in hebraicis Karl Fischer in der Übersetzung einer jüdischen apologetischen Schrift wiederholt vom „Rektor der talmudischen Universität" zu Prag48. Noch im Anfang des neunzehnten Jahrhunderts fanden es die staatlichen Behörden für notwendig, gegen den Gebrauch der Bezeichnung „Universität" für die Prager Talmudhochschule einzuschreiten. Das geschah in einem Hofdekret vom 17. November 1808 und einer Gubernialverordnung vom 10. Januar 180949: „Da das Judensystemalpatent für Böhmen von einer jüdischen Universität zu Prag gar keine Erwähnung macht, so wurde dieselbe weder unter diesem, noch unter dem Namen Academia Judaeorum oder talmudische Hauptschule und dergleichen zugelassen, indem der § 5 des Judenpatents nicht einmal die Bestellung eigener Talmudslehrer bewilligt, sondern diesen Unterricht den Rabbinern zuweist, mithin wurde noch viel weniger eine eigene Versammlung von Religionsgelehrten und Talmudslehrern gestattet, welche aus dem Talmud nach Art einer hohen Schule lehren, prüfen und sich darin eigene Verfassungen bilden".60 „Der Prager Judengemeinde wurde der Gebrauch des Namens einer Universität bei Strafe eines Erlags von hundert Spezies-Dukaten zu Händen des Prager Armeninstituts eingestellt, im übrigen aber dieselbe angewiesen, nur die patentmäßigen Religionslehrer zu gebrauchen".50 Bei den Verhandlungen über die Revision des jüdischen Systemalpatentes vom 3. August 1797, die im Jahre 1820 stattfanden,51 spielte die „jüdische Universität" noch immer eine Rolle. Der damals gestellte Antrag auf Errichtung einer jüdisch-theologischen Fakultät brachte als Sitz dieser für ganz Österreich gedachten Einrichtung Prag namentlich deshalb in Vorschlag, weil sich hier seit jeher die altberühmte jüdische Universität befunden habe, die erst mit dem Hofdekret vom 17. November 1808 aufgehoben worden sei .51 8

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