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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 418

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 418)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644317--2386-2646731
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19 In der Sign. 13/3 hat sich ein ausführliches Verzeichnis dieser Geschäftslokale erhalten. Ganze Häuser hatten ausschließlich für ihre Geschäftszwecke gepachtet: der Großhandelsmann Lämel NC. 559 in der Zeltnergasse, der Galanteriewarenhändler Wolf Zapert NC. 603 auf dem Altstädter Platz, das Engrosgeschäft Keil und Comp. NC. 742 in der Langen Gasse. In der Christenstadt gab es jüdische Geschäfte mit Tuch und Kattun, Leder, Eisen, Wolle, Möbeln, Federn, Branntwein, Leinwand, Schnittware, Papier, Silber, Delikatessen, Seide, Butter, eine Wechselstube und Fabriken. 20 Seitens der Stadthauptmannschaft wurden folgende Fälle verschleierten Besitzes von Christenhäusern festgestellt: Abraham Löwy (NC. 336 auf dem Kohlmarkt), Moises Jerusalem (NC. 406/1), Julie Bunzl (NC. 63), Moritz Zdekauer (NC. 400), Aaron Zdekauer (NC. 450, 578, 581), Jerusalem (NC. 906), Isaak Schick (NC. 907), Markus Dormitzer (NC. 935 auf dem Altstädter Platz), Simon Lämel (NC. 559 in der Zeltnergasse), Balthasar Lederer (NC. 712 in der Langen Gasse), Salomon Schmelkes (NC. 750 in der Castulusgasse), Austerlitz (NC. 908 in der Geistgasse), Simon Lehmann (NC. 822 auf dem Roßmarkt), Gottl. Mischiis (NC. 55), Wolf Zappert (NC. 56) u. a., im ganzen 17 Fälle. Es wurde damals festgestellt, daß in der Christenstadt 23 jüdische Familien mit Gubernialbewilligung wohnten, daß 12 jüdischen Familien der erteilte Konsens bereits abgelaufen war, und daß 110 jüdische Familien hier überhaupt keine Wohnbewilligung hatten. Ende 1815 lief bei der Wiener Zensur eine anonyme, 71 Seiten zählende Handschrift ein, mit dem Titel: „Einige Bemerkungen über die Juden in Böhmen. Von einem der Wahrheit Ergebenen entworfen bei müßigen Stunden." Autor war ein gewisser Müller, vielleicht derselbe, auf dessen Anzeige hin i. J. 1812 die oben erwähnten Erhebungen über den verschleierten Besitz von Christenhäusern gepflogen wurden. Die Handschrift, erhalten in Camerale 1816-1825, Sign. 13/120, ist ungeachtet ihrer angeblichen Unparteilichkeit eine scharfgehaltene antijüdische Tendenzschrift schhmmster Sorte. Die Handschrift wurde denn auch um ihrer offenkundigen Tendenz willen von der Wiener Zensur abgewiesen und nicht zum Drucke zugelassen. Nichtsdestoweniger sandte Minister Sedlnitzky die Handschrift dem Oberstburggrafen Kolowrat mit dem Auftrag, das Gubernium habe die im Manuskript gegen die Juden erhobenen konkreten Anklagen (verdeckter Besitz von Christenhäusern, Eindringen der Juden in die Christenstadt, Unreinlichkeit, Schleichhandel, Fleischverkauf, verderbliche Beeinflussungen der Jugend u. ä.) zu untersuchen und über das Ergebnis nach Wien zu berichten. Dadurch war der Anstoß zu neuerlichen Verhandlungen über den maskierten Besitz von Christenhäusern gegeben, sie führten aber auch damals zu keinem positiven Ergebnis. Nach den Erhebungen des Stadthauptmanns war es damals um den verschleierten Besitz folgender Häuser zu tun: auf der Altstadt NC. 25, 55-57, 83, 86, 208, 296, 297, 406, 420, 450, 559, 568, 603, 611, 646, 712, 736, 742, 745, 750, 752, 859, 866, 869, 893, 898-900, 906-908, 935 (insgesamt 35 Häuser); auf der Neustadt NC. 734, 736, 578, 581, 1229, 1230, 1231, 1235, 1084 (insgesamt 9 Häuser), zusammen also um 44 Häuser, ausgenommen die Keller in den Kotzen (v Kotcich). 21 Rekurs der Judengemeinde vom 20. Juni 1812 an den Kaiser, Sign. 13/3. Unterschrieben W. Zdekauer, Großhandelsmann, Jos. Mich. Keil, J. Simon Mann, Großhandelsmann, Simon J. Wehle, Peer Porges, Is. Drosa. 22 Der Judenbezirk sollte nach dem Antrage vom J. 1826 um folgende Häuser erweitert werden: Am Niklasplatz NC. 16, 24, 27; in der Karpfengasse NC. 28; am Valentinsplatz NC. 58; in der Ziegengasse NC. 854-858, 914; am Ziegenplatz NC. 795, 796; in der Gasse beim Gemeindehof NC. 797-799, 801-805; am Agnesplatz 806, 811-813; zwischen dem Gemeindehof und der Spatzengasse NC. 814; in der Spatzengasse NC. 815-821; im Mauseloch NC. 822-826; in der Salnitergasse an der Moldau NC. 828-831; im Agnesgäßchen an der Moldau NC. 832-839; in der Salnitergasse NC. 840-845. Insgesamt 56 Häuser; vgl. die Konskriptionen im AMP, 1840-44, Sign. E 188/2a. Vgl. auch den beigeschlossenen Plan. - Die bezüglichen Gubernialakten (Camerale 1826-1835, Fasz. 13/8) sind anfangs des 19. 111 423

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