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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 396

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 396)
Language
German
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renten und dem Rat Breinl hinsichtlich des jüdischen Schulwesens und Religionsunterrichtes zustimmte, beantragte er, auf die jüdische Hauptschule noch einige christliche Lehrer zu versetzen. Der Votant gab zwar die Möglichkeit einer Aufhebung der Judensteuer und der Bewilligung christlicher Dienstboten zu, er lehnte aber die Erwerbung christlicher Realitäten und Häuser ab, in der Befürchtung, der angeborene jüdische Spekulationsgeist würde darin nur neue Nahrung finden. Gegen die unumschränkte Wohnfreiheit befürchtete Väclavieek den Widerstand der unteren Schichten der christlichen Bevölkerung. Für individuelle Verdienste war er geneigt, weitere Ausnahmen zuzugestehen. Der Gubernialvizepräsident Prochdzka stimmte zwar grundsätzlich dem Referenten bei, namentlich hinsichtlich des jüdischen Schulwesens, des Religionsunterrichtes und des Gottesdienstes, aber auch er hielt die Juden im ganzen intellektuell und moralisch noch für zu wenig reif für die volle Staatsbürgerschaft. Er empfahl aber eine genaue Durchführung der Bestimmungen des Patentes v. J. 1797 und eine Modifizierung der Judensteuer und erhob keine Bedenken gegen die ausnahmsweise Gewährung der Staatsbürgerschaft an hervorragende Juden, indem er sich hievon einen aufmunternden Einfluß auf die übrige Judenschaft versprach . Die Enquete über die Judenemanzipation klang demnach nicht sonderlich einheitlich aus, aber im großen ganzen gewann die Meinung des Referenten die Mehrheit. Der Referent fügte am Schlüsse der Rolla noch einige weniger wichtige Bemerkungen zu den abweichenden Stimmen einiger Votanten an und am 31. Juli 1834 legte das Gubernium außer der ganzen Rolla auch sein eigenes Gutachten der Hofkanzlei vor, das im wesentlichen nach dem Antrag des Referenten formuliert und durch das Votum Breinls und Jankos ergänzt war, also zugunsten des jüdischen Gesuches. Eine Erledigung war ihm aber nicht beschieden. Wie viele andere wichtige Anträge blieb auch dieser unerledigt in der Hofkanzlei liegen und wurde erst anfangs Juli 1848, also unter völlig veränderten Verhältnissen, dem Gubernium unerledigt zurückgestellt, zugleich mit dem Ergebnis der Enquete v. J. 1837, von der weiter unten die Rede sein wird; es wurde hiebei auf den Reichsrat verwiesen, der sich auch mit der Judenfrage befassen sollte. Die Gleichberechtigung der Juden in Böhmen war eine Forderung, die damals noch nicht dem Zeitgeist entsprach; es sollte noch ziemlich lange dauern, bis sie wenigstens zum Teil erfüllt wurde. Der Mißerfolg der Petition v. J. 1833 bedeutete aber keinen Rückzug im Kampfe um die Emanzipation. Die Zähigkeit, mit der damals die böhmischen Juden auch in anderen Fragen ihr gutes Recht verlangten, war für die Geduld der damaligen Behörden eine harte Nuß; auch dies- 89 401

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