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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 344

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 344)
Language
German
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entfielen. Die Kommission gelangte zur Anschauung, ein Zuzug weiterer Judenfamilien in die Judenstadt sei ausgeschlossen, da die Wohnverhältnisse daselbst im Augenblick schon äußerst schlecht seien. In dem 31 Häuser zählenden erweiterten Rayon „unter der Schnur" im HL-Geist- Sprengel und in dem 27 Häuser umfassenden Kreuzherrenkirchspiel gab es damals insgesamt 650 heizbare und 131 unbeheizbare Zimmer, 150 Kammern und 404 Küchen, mit 489 Familien und 2107 Bewohnern; davon wohnten 375 christliche Familien oder 1556 Personen in 449 heizbaren und 67 unbeheizbaren Zimmern, 128 Kammern und 312 Küchen; jüdische Familien gab es hier bloß 114 mit 551 Personen in 201 heizbaren und 64 unbeheizbaren Zimmern, 22 Kammern und 92 Küchen. Im Hl.- Geist-Sprengel außerhalb der Schnur, der dem erweiterten Judenrayon zugeschlagen werden sollte, gab es insgesamt 28 Häuser mit 302 heizbaren und 35 unbeheizbaren Zimmern, 74 Kammern und 207 Küchen. Hier wohnten 231 christliche Familien mit 977 Personen in 279 heizbaren und 24 unbeheizbaren Zimmern, 192 Küchen und 72 Kammern, ferner 19 jüdische Familien mit 74 Personen in 23 heizbaren und 11 unbeheizbaren Zimmern, 15 Küchen und 2 Kammern. Alles in allem wohnten damals im ganzen neuerweiterten Judenbezirk im Hl.-Geist-Sprengel 739 christliche und jüdische Familien mit 3158 Personen, so daß auf einen Raum durchschnittlich ebenfalls drei Personen kamen. In der Christenstadt außerhalb des Hl.-Geist-Sprengeis wohnten damals 68 jüdische Familien mit 403 Personen, die jüdischen Fabrikanten (acht Familien) und Großhandelsleute (fünfzehn Familien) mit eingerechnet; soweit die letzteren nicht in ausdrücklich verbotenen Gassen wohnten, kamen sie für die Umquartierung natürlich nicht in Frage.15 Für die Übersiedlung in den erweiterten Judenbezirk kamen also 45 Judenfamilien in Betracht, für die in der eigentlichen Judenstadt kein Platz vorhanden war. Es war jedoch auch unsicher, ob es gelingen werde, diese Judenfamilien im erweiterten Judenbezirke unterzubringen. Denn das setzte die Ausquartierung der daselbst ansässigen, meist armen Christenfamilien voraus - und die Behörden wußten schon aus Erfahrung, daß solche Verfügungen letzten Endes stets nur den Judenhaß der Unterschicht der Prager Bevölkerung nährten. Die Kommission sah sich daher zu dem Antrag gezwungen, in den erweiterten Judenbezirk den ganzen Hl.-Geist-Sprengel einzubeziehen. Eine Entfernung der christlichen Bevölkerung aus ihren dermaligen Wohnungen sollte hiebei unterbleiben. Die Judenfamilien aus der Christenstadt sollten in den neuerweiterten Bezirk binnen einem halben Jahre, also bis zu Jakobi 1812, übersiedeln. Gleichzeitig wurde dem Magistrat aufgetragen, den Bau, bzw. Umbau der Judenstadt zu studieren; von einem solchen versprach sich namentlich die Stadthauptmannschaft eine Linderung der Wohnungsnot zu- 87 349

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