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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 339

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 339)
Language
German
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IRI
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mehr böten den Juden den allerbesten Schutz gute Gesetze. Gegen den eventuellen Einwand, das Prager Ghetto weise trotz seiner sanitären Mängel nach der Statistik die geringste Sterblichkeit von ganz Prag auf, machte die Judengemeinde aufmerksam, daß es sich hier um ein Rätsel handle, dessen Lösung noch keiner medizinischen Fakultät gelungen sei; es handle sich hier vermutlich um eine größere Widerstandskraft des schwachen jüdischen Organismus gegen Krankheiten. Die Judenältesten ersuchten den Kaiser um Widerruf der Gubernialverordnung und um die Erlaubnis, daß die Juden auch in der Christenstadt wohnen dürfen. Dieser Hofrekurs hätte an und für sich hingereicht, um alle Schritte gegen die in der Christenstadt wohnenden Juden bis zur Allerhöchsten Entscheidung zu sistieren, hätte nicht vorher schon das Gubernium dem Aufschub in dieser Sache zugestimmt. Um definitiv den wirklichen Zustand der Wohnverhältnisse in der Judenstadt festzustellen, trug das Gubernium dem Magistrat genaue Erhebungen auf; der Kommission sollten auch zwei Physici und zwei Bausachverständige beigezogen werden und sie sollte sich auch die letzten Ergebnisse der Militärkonskription zunutze machen. Die Kommission hatte genau festzustellen, ob die Juden- Stadt samt dem erweiterten Bezirk „unter der Schnur" hinreiche, um alle Judenfamilien in Prag ohne Nachteil für ihre Gesundheit und ohne Feuersgefahr aufzunehmen, bzw. anzugeben, wohin die Judenfamilien aus der Christenstadt ausquartiert werden sollten. Der Prager Magistrat plante damals eine wirklich eingehende Revision der Judenstadt und ließ zu diesem Zwecke besondere Formulare zur Zählung der Wohnparteien in der Judenstadt drucken.10 Um aber dem Gubernium den geforderten Bericht möglichst bald zu erstatten, ließ er für das Gubernium noch vor der Hauptkonskription eine ausführliche Übersicht der Wohnverhältnisse im Judenrayon ausarbeiten. Die eigentliche Judenstadt zählte damals in 278 Konskriptionsnummern insgesamt 812 Teilhausbesitzer und 1629 Familien, so daß sich die Gesamtbevölkerung auf 6298 Personen belief. Die Hausnumerierung stimmte nicht mit der Vorschreibung vom Rathaus überein, sondern war willkürlich angesetzt, und die Mehrzahl der Häuser gehörte mehreren Teilbesitzern, deren bisweilen acht bis zwölf auf ein Haus kamen. Bewohnt waren: 2499 Zimmer, 962 Kammern, 74 Keller und 1368 Küchen .ll Nach der kommission eilen Schätzung bestand damals in der Judenstadt noch die Möglichkeit, zwei neue Häuser aufzuführen, 15 Brandstellen zu verbauen, 59 Stockwerke aufzusetzen und so 310 Zimmer, 75 Kammern und 166 Küchen zu gewinnen, so daß noch 175 Judenfamilien unterzubringen waren. Der erweiterte Judenbezirk „unter der Schnur" umfaßte damals 89 Häuser mit 181 Familien, bzw. 760 Personen in 489 Zimmern, 63 Kammern, 27 Kellern und 178 Küchen. Die höchste Bewohnerzahl 344 32

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