Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 5 (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- – (sequence 243)
- Language
- German
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glücklich sind die Länder, in denen es keine Juden gibt. Indem er alle durch die Juden verursachten Schäden zusammenfaßt, meint K.: So halte ich es mit Cocceji, daß man die Juden hier in Böhmen zu belassen, nur unvollkommen schuldig sei. Sollen die Juden, fährt er fort, fernerhin geduldet werden, so sollen sie gute Bürger sein. Um sie dazu zu machen, möge man den Juden acht Jahre zur Errichtung der Fabriken und zur Erlernung der Manufaktur, dann des Feldbaues einräumen, nach deren „Verflüssung sie nichts anderes verkaufen sollten, als was sie selbst verfertigt hätten". Die Folge davon werde die Verbesserung aller Erzeugnisse, die Hebung von Ackerbau und Viehzucht sein. Das sagt derselbe Mann, der wenige Seiten vorher behauptet hatte, die Juden würden überhaupt niemals schwere Arbeiten verrichten, in den leichten seien sie nur Hudler, sie ersetzten den Mangel an Handlungswissenschaft durch Betrug. „Zu den Fabriquen aber wären die Juden eigentlich am besten, weil sie sehr sparsam leben; wohingegen vornehme Wirtschaft die meisten Fabriquen ruiniert hat (Man vgl. damit die Bern. S. 247.) Die Landesfabrikate würden verfeinert werden, der arme Handelsjud würde ein besseres Stück Brot essen und die reichen Juden könnten Manufakturherren abgeben. Die auswärtigen Blutsfreunde könnten auswärtige Künstler herbeilocken. Auf die christlichen Handwerker soll man einwirken, damit sie die Juden lehren. Den a la minuta (Klein-) Handel und Hausierhandel will K. - da bewegt er sich ganz im Gedankenkreise der zünftigen kleinen Handwerker und Kleinkaufleute - den Juden versagt wissen. Er verlangt für sie besondere Vorschriften zur Prüfung der Echtheit der Waren, das Verbot des Handels mit Gewürz, Spezerei, Materialwaren, überhaupt mit solchen Waren, „die man nicht so leicht von ausen beurtheilen kann". In einem Nachtrag versichert der Verfasser: „Persönlichkeiten fürcht ich nicht, sowie ich keine Galle, keine Partheilichkeit gezeiget habe (!). Und vor der Boßheit schützen mich die weisesten Gesetze,. Brave Juden sind mir so werth, daß ich drausen im Reiche und auch hier grosen Umgang mit ihnen gepflogen. Aber nichtsnützige und schädliche Juden sehe ich als Feinde meines Vaterlandes an, und wer ein Feind meines Vaterlandes ist, der ist auch mein Feind." Klinglers Schrift rief eine ganze Reihe von Gegenschriften hervor, natürlich auch von solchen, die ihr ganz oder teilweise zustimmten .3* 2. Die Beratungen im Staatsrat a. Der Bericht des böhmischen Guberniums Der Kaiser hatte gewünscht, daß diejenigen Anordnungen des Billets vom 13. Mai, die keine weiteren Schwierigkeiten verursachten, sofort durchgeführt würden. Er war daher, wie das an den Grafen Blümegen gerichtete Handbillet vom 27. September 1781 zeigt, recht ungehalten, daß er auf seiner Reise zu den böhmischen Lagern (Truppenübungen) hatte 248 18