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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 242

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 242)
Language
German
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IRI
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aus dem Beispiele des Juden Süß. Im Feldbau sind sie überflüssig, weil in Böhmen genug Landvolk ist. Selbstverständlich sind die Juden schuld an der passiven Handelsbilanz, die dem Merkantilisten als besonders schädlich erscheint. Sie führen Fabrikate, besonders Luxusfabrikate ein, für die viel Geld außer Landes geht - sie führen Rohstoffe aus. Der Jude fühlt sich nicht als Bürger eines Staates, sondern nur als Weltbürger; so wird er allemal bereit sein, die Geheimnisse der Kommerziell und den Vorteil des Staates seinen besonderen Interessen aufzuopfern. Der Christ hat wenigstens in zweiter Linie (!) den Vorteil des Staates im Auge, der Jude gar nicht. Kaiser Josef plante, den Juden den Betrieb des Fuhrwesens zu gestatten. Das bedeutet weit mehr, als es für den ersten Augenblick scheinen mag, weil in Böhmen mit dem Betriebe des Fuhrwesens ziemlich weitgehende Handelsberechtigungen verbunden waren.34 Das Patent vom 25. April 1769 gewährte den Fuhrleuten den Handel mit allerlei Waren aus und durch die österreichischen Länder. Nicht minder wurde ihnen „jener mit erbländischen Viktualien und Produkten" (die Manufakturswaren ausgenommen) in den österreichischen Provinzen sowie auch die Einfuhr ausländischer Kaufmannsgüter unter Beobachtung der Zollvorschriften für eigene Rechnung, aber bloß in grosso gestattet. Da betonte nun Klingler die Gefahren, die der Schmuggel der Juden mit sich bringen müsse, er spricht von Praktiken, mit denen sie die Zölle finanziell unnütz machen - von der Vereitlung des Schutzes, der durch die Zölle den inländischen Erzeugern gewährt werden soll, die infolgedessen ihre teureren Waren nicht verkaufen können. Der Jude ist als Konkurrent auch seiner schlechten Lebensart, d. h. der Ärmlichkeit und Sparsamkeit seines Lebens wegen gefährlich. Gefährlich (für den Staat) ist auch der Geldbesitz des Juden - weil er das Geld außer Landes schleppt - es seinen nach auswärts verheirateten Töchtern als Mitgift gibt. Aus dem gleichen Grunde ist die Tabakspacht der Juden gefährlich: dem Staat entgeht eine große Summe Geldes, die jetzt in den Säckel eines nichtswürdigen Juden fließt, der mit derselben bei einer Gelegenheit außer Landes wandern wird (S. 41!). Der nichtswürdige Jude, von dem hier gesprochen wird, ist derselbe Israel Hönig, den er vorher in einer Reihe mit Mendelssohn als „Ausnahmsjuden4' bezeichnet hat; durch die Hypotheken dringt der Jude in den Grundbesitz ein; die Juden ruinieren die Aristokratie durch ihr Kreditsystem, die Vorschüsse, die Wechsel, die Obligationen, durch das Drohen mit der Kapitalskündigung. Als Abhilfe wird die Hypothekenbank empfohlen, die uns schon oben beschäftigt hat, der wir in den Beratungen der böhmischen Landesregierung wieder begegnen werden; und dann - höchst merkwürdig - ein Rezept, das aus einer ganz anderen Apotheke stammt: die Aufhebung der Wuchergesetze und des Höchstzinsfußes; dann werde das einströmende Kapital von selbst den Zinsfuß ermäßigen. Wenn man den Juden erlaubt, Grundstücke zu pachten, gehen die Christen in zwanzig Jahren zu den Juden betteln. Sehr merkwürdig ist eine Berechnung, die K. aufstellt. Ein Drittel von Böhmen gehört den 60.000 Juden! Von diesen sind 40.000 streitbare Betrüger, die täglich mindestens 20.000 Gulden gewinnen. Das macht nach Abrechnung der Sabbathe und Feiertage 6 Millionen Gulden jährlich. Sie würden also in fünfzig Jahren 300 Millionen Gulden besitzen; alles Geld der Monarchie werde in ihren Händen sein!! Die Juden zwingen die Fabrikanten, billige, aber schlechte Ware zu erzeugen. Dadurch bewirken sie, daß die böhmische Ware im Auslande verrufen wird. Sie sind schuld an der Lederteuerung und der Erzeugung schlechten Leders. Viele Klagen gelten dem Hausierhandel der Juden in Prag und auf dem Lande. Sie vertreiben schlechte Ware, bewirken, daß Unverständige sich in Schulden einlassen, verleiten die Dienstboten zu Unterschleifen. Der allgemeine Haß der Nationen gegen die Juden beweist seine Berechtigung; 17 247

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