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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 237

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 237)
Language
German
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IRI
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Beträge errichtet, auch eine allgemeine Kleiderordnung eingeführet; c) der den Christen so verderbliche Handel der Juden möglichst beschränkt würde. Graf Blümegen findet die Anträge des Proponenten so beschaffen, daß sie weder in linea camerali noch in linea politica gebilligt werden mögen; und daher die von ihm künftig nachzutragen verheißende Vorschläge, wenn sie nicht von mehrerem Bestände sind, ganz wohl entübrigt werden könnten. Im Staatsrate ist Baron Gebler, wenn er auch die Vorschläge für teils entbehrlich, teils allzu general hält, für nochmalige Prüfung mit Rücksicht auf die gedeihliche Wirkung der in Schlesien errichteten Leihbank. Man solle daher den Vorschlag den böhmischen Ständen um ihre Äußerung mitteilen. Indes ließ man, schon mit Rücksicht darauf, daß das schlesische Institut, wie es verlaute, zu Grund zu gehen anfange, (Baron Kresel) - die Sache fallen. Der Akt aber ist trotzdem wichtig als Zeugnis für die wirtschaftliche Lage in Böhmen. 3. Geistiges Leben Die geistige Betätigung des böhmischen Judentums gehört, soweit die jüdische Wissenschaft in Betracht kommt, nicht in den Rahmen dieser Darstellung. Wohl aber muß vom Jugendunterrichte gesprochen werden. Für diesen sorgten alle jüdischen Gemeinden. Die Prager Konskription von 1729 weist in der Konsignation 61 Juden auf, die als Schulmeister bezeichnet wurden. Diese waren neben ihren Kultusverrichtungen vornehmlich mit dem hebräischen Unterricht beschäftigt. Neben ihnen gab es zwei Schulmeisterinnen. Außer ihnen sorgten 13 Lehrer, als Instruktoren bezeichnet, für den weltlichen Unterricht. Neben ihnen wird noch ein besonderer Rechenmeister genannt und eine Lehrerin. Auch die Tatsache, daß es 19 öffentliche Schreiber, darunter zwei Deutschschreiber, gab, mag in diesem Zusammenhange erwähnt werden.25 Für die Landgemeinden sei nur beispielsweise auf dasjenige verwiesen, was Rachmuth von der kleinen Gemeinschaft zu Neuhaus erzählt. Der Lehrer unterrichtete nicht nur Bibel und Talmud, sondern auch jüdisch-deutsch schreiben und lesen; ja es wurde in der Neuhauser Schule auch die deutsche Sprache und Schrift unterrichtet.26 So war den Bemühungen Josefs wenigstens insofern vorgearbeitet > als er es nicht mit Analphabeten zu tun hatte, ja auch hinsichtlich der Kenntnis des Deutschen, der Beschäftigung mit deutscher Wissenschaft und ihrer Verwendung im praktischen Leben waren die Juden nicht völlig unvorbereitet. Tatsächliche Übung und gesetzliche Bestimmungen hatten dahin zusammengewirkt. Schon 1774 war in Prag eine israelitische Mäd- 242 12

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