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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 233

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 233)
Language
German
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IRI
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zu wenig zu tun hatten .12 Und 1775 (Verordnung vom 24. April) suchte man das jüdische Goldarbeiterhandwerk zum Absterben zu bringen, indem man denMeistern in Prag und in anderen Orten, „die sich der bisher betriebenen Goldschmied-Profession unbefugt und patentwidrig angemaßt hatten", zwar gestattete, ihre Profession fortzusetzen, aber die Erlaubnis entzog, Lehrjungen zu halten.13 In jenen Orten, wo keine bürgerlichen Lohgerbereien waren und von uralten Zeiten schon Lederhäuser errichtet gewesen, war es auch den Juden erlaubt, solche Häuser von den Obrigkeiten in Mietung zu nehmen und zu halten, sofort die Gerberei sowohl mit christlichen Gesellen als mit jüdischen Knechten zu betreiben, jedoch mit der ausdrücklichen Bedingnis, „daß sie sich hierin redlich betragen, mithin echtes und unmangelbares Leder verfertigen sollen" (HD. vom 30. Sept. 1775).14 In gleicher Weise konnten sie von den Obrigkeiten errichtete Flußhütten oder Pottaschesiedereien pachten. Von der Kattundruckerei und Färberei waren sie mit Rücksicht auf die Privilegien der Färber ausgeschlossen. Begünstigt wurden sie, wenn sie Fabriken errichteten. In ausgedehntem Maße betrieben die Juden die Bekleidungsindustrie, vor allem die Schneiderei. Für Christen durften die Juden keine Kunden- (Maß)arbeit anfertigen; so bildete sich die Kaufschneiderei für Kleiderhändler aus.15 Das Schneiderhandwerk trat auch in Verbindung mit dem aus dem Pfandleihgeschäft erwachsenen Altkleiderhandel der Juden. Die jüdischen Schneider richteten die erkauften Altwaren für den Gebrauch wieder her oder arbeiteten sie, z. B. Monturen, um. Die Einkäufer scheuten keinerlei Mühe, schlugen alle möglichen Wege ein, um die geschätzte Ware zu erlangen .1Ä An Bedeutung schloß sich die Schuhmacherei an. Dazu kam das Hutmachergewerbe, das Nähen von Wäsche, vornehmlich von Frauen betrieben, die Kürschnerei und die Erzeugung von „Schlafpelzen". Ferner das Bandmachen, die Erzeugung von Posamentier- und Goldarbeiterwaren. Sehr wichtig war auch das Fleischhackergewerbe . Das Prager Ghetto weist eine bunte Mannigfaltigkeit von Gewerbebetrieben auf.17 Wenn einzelne Handwerke nur spärlich, vereinzelt oder gar nicht vorhanden sind (1729 nur ein Klemperer, kein Tischler, kein Schmied), so erklärt sich das nicht bloß aus der Schwerarbeit, die sie fordern, sondern wohl auch aus dem Fehlen der Möglichkeit, sie zu erlernen, vielleicht auch aus den räumlichen Verhältnissen der Prager Judenstadt. Vielfach tätig sind sie als Branntweinbrenner. Mit der Weberei und Spinnerei befaßten sie sich nicht. Das Hauptgebiet der jüdischen Erwerbstätigkeit war der Handel. Das Privileg Ferdinands III. erlaubte ihnen Kauf und ^erkauf von 238 8

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