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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 194

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 194)
Language
German
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liehen Arbeiter könnten in ihrem religiösen Eifer nachlassen und lau werden. Daß dieser Einwand jedoch an erster Stelle steht, beweist, daß der Hauptmann gegen die Juden eingenommen war. 16 Dieses Schriftstück mit dem Gutachten des Landeshauptmanns bildet die Hauptquelle unserer Studie; es umfaßt zehn Bogen und trägt auf der ersten Seite die Aufschrift: „Das königliche Tribunal in Mähren berichtet, wie viel Gerbereyen daselbsten befündlich, und rathet gutachtlich ein, wie und auf was Weise denen in denen Jüdischen Vortheilhaftigkeiten in Fabricirung des Lebens gesteuert und vorgebogen werden könnte". Diesem Akt ist ein Bündel Begleitakten beigeschlossen, die einzelnen Relationen der Kreishauptleute und einiger Oberämter, die Konsignationen der jüdischen Gerbereien und die Tagebücher der Kreisboten. Alles abschriftlich. 17 So ist z. B. die fehlerhafte Addition im Gerbereienverzeichnis des Olmützer und Brünner Kreises sehr auffällig. 18 Zuschrift des Lundenburger fürstlichen Hauptmannes an das Kreisamt in Brünn vom 9. März 1719. 19 Dortselbst. - Nach Fr. J. Schwoy, Topographie vom Markgrafthum Mähren (Wien 1793), hatte Podiwin 344 jüdische Einwohner. 20 Zuschrift des Butschowitzer Hauptmanns an das Kreisamt in Brünn vom 10. März 1719. 21 In dem Verzeichnis, das der mährische Landeshauptmann nach Wien sandte, findet sich diese Gerberei nicht verzeichnet. Dagegen erscheint im Eintragbuch des Kreisboten angegeben, daß die obrigkeitliche Gerberei in Oslowan an einen Juden verpachtet war. 22 Der Posofitzer Hauptmann an den Kreishauptmann in Brünn am 3. März 1719. -23 Der Tischnowitzer Verwalter an den Kreishauptmann in Brünn am 25. Feber 1719. - 24 Der Austerlitzer Hauptmann an das Kreisamt in Brünn am 26. Feber 1719. - 25 Der Ungarisch-Broder Hauptmann an das Kreisamt in Holleschau am 26. März 1719.-26 Der Brzezoluper Hauptmann an das Kreisamt in Holleschau am 26. März 1719. -27 Der Kwassitzer Hauptmann an das Kreisamt in Holleschau am 22. März 1719. 28 Gutachten des Bürgermeisters der Stadt Gaya vom 1. April 1719. - Wir wissen bereits aus andrer Quelle, daß sich die Stadt für berechtigt hielt, das Gerbereirecht beliebig zu verpachten. In diesem Falle bezog sie einen Zins für die Gerbereibefugnis. Die Gerbereien der beiden Juden in Gaya gehörten ihnen zwar materiell zu eigen, aber die Betriebsbefugnis war Eigentum der Stadt, die sie wem immer verleihen konnte. 29 Der Ostrauer Hauptmann an das Kreisamt in Holleschau am 31. März 1719.-30 Der Zliner Hauptmann an das Kreisamt in Holleschau am 31. März 1719. 81 Die Unvollständigkeit dieser Tabelle führe ich auf die Unvollständigkeit des Materiales zurück. Weder eine genaue Konsignation noch das Eintragbuch des Kreisboten trafen vom Kreisamte rechtzeitig in Brünn ein. 32 Über die Verhältnisse der Judengemeinde in Pirnitz und über ihr Wirtschaftsleben unterrichtet gut die Studie von B. Bretholz: Die Judenschaft einer mährischen Kleinstadt, Markt Pirnitz, im XVIII. Jhdt. (hist. Jahrb., 11. Jahrg. 1930). Im Jahre 1746 kennt Bretholz in Pirnitz bereits vier Gerbereien und einen Lederhändler. Bei Bretholz erfahren wir auch von dem späteren Pirnitzer jüdischen Gerber David Austerlitz, einem großen Unternehmer und Pächter herrschaftlicher Industrieobjekte. 33 Daß es auf der Herrschaft Trebitsch nicht bloß jüdische Gerber gab, das beweisen die Worte Rzikowskys selbst, der in seinem Gutachten ausdrücklich schreibt, es gebe namentlich in Trebitsch mehrere christliche Meister, die bis nach Böhmen ihrem Erwerbe nachgehen müßten. Doch gedenkt er ihrer in seiner lückenhaften Konsignation mit keinem Worte. 23 197

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