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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 103

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 103)
Language
German
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IRI
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Konsistoriums habe er ein Buch „Über unsere Lehre, Ceremonien und Gesetz" herausgegeben, das überall gelobt und gepriesen werde und sogar vom Oberrabbiner zu Jerusalem approbiert worden sei. Elias Wedeies dürfte durch diese Zeugnisse wohl einen moralischen Erfolg erzielt haben, aber nicht mehr; von seiner Wahl zum Prager Oberrabbiner war weiterhin keine Rede. Um diese Zeit dagegen wurde Simson Wertheimer47, kaiserlicher Hoffaktor in Wien, der auch den Titel eines Landesrabbiners von Ungarn führte, zum Prager Oberrabbiner gewählt. Wertheimer lehnte jedoch diese Wahl ab. In der Überschrift zu seiner Approbation des Werkes „Wajakhel Mosche" von Moses, Sohn des Menachem Graf aus Prag, wird Wertheimer als der gewählte Oberrabbiner von Prag und Böhmen bezeichnet. In den uns vorliegenden Akten aus dieser Zeit geschieht hievon nur einmal eine Erwähnimg, wir sind jedoch darüber auch durch einige Aktenstücke aus dem Jahre 1718 unterrichtet. Gemäß diesen erhob Simson Wertheimer und seine Freunde im Jahre 1718 auf Grund der seinerzeitigen Wahl, und seiner guten Beziehungen zum kaiserlichen Hofe, Anspruch auf das Prager Oberrabbinat, trotzdem dieses längst durch Oberrabbiner David Oppenheim besetzt war. Die Prager Judenältesten schritten aber dagegen bei den Statthaltern energisch ein und erklärten, daß Wertheimer zwar nach dem Weggange von Gabriel Elkesch zum Prager Oberrabbiner gewählt worden sei, er hätte jedoch die Wahl abgelehnt und dadurch jedes weitere Anrecht darauf verloren. Die Statthalter wiesen daraufhin Wertheimers Ansprüche ab. d. Scharfe Gegensätze zwischen Abraham Broda und der Familie Spira Abraham Broda hat seine bisher innegehabte Stellung trotz allen Wechselfallen ungeschmälert aufrechterhalten; welch scharfe Gegensätze aber zwischen ihm und der ihm feindlich gesinnten Familien Spira- Wedeles bestanden haben, beleuchten am besten folgende Ereignisse. Am Samstag48 den 14. Juni 1698 heiratete, den Akten gemäß, Samuel,49 der Sohn des Elias Wedeies, seine Verwandte Chaie, die Tochter des Anschel Michl Wiener-Spira. Elias Wedeies wäre nun verpflichtet gewesen, dem Oberrabbiner Abraham Broda fünfzig Kreuzer von jedem Hundert Gulden, die sein Sohn als Mitgift erhalten, als Heiratsgebühr (Akzidenz) zu geben. Er ließ ihn aber durch den Schulklopfer Löbl Wahle ersuchen, ihm die Heiratsgebühr bei seinem Sohne nachzusehen, da er als Vertreter des Oberrabbiners selbst auf Akzidentien Anspruch hätte. 106 28

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