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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 88

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 88)
Language
German
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IRI
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geschafft wurden. Am 21. Juli 1692 fand die Wahl ohne Rücksicht auf die Faktionen statt. Dadurch trat in der Leitung der Prager Judengemeinde ein wesentlicher Umschwung ein. Moses Abeles, der Führer der früheren Abelesischen Faktion, wurde Primator der Prager Judenschaft und ein großer Teil seines Anhanges war im Vorstande vertreten. Das erste Bestreben der neuen Judenältesten war, die Stelle des Prager Oberrabbiners mit einer geeigneten Persönlichkeit zu besetzen. Die darüber innerhalb des Vorstandes und mit den maßgebensten Männern geführten Verhandlungen und Besprechungen brachten das Ergebnis, daß die Prager Judenältesten die Wahl für den 31. Dezember 1692 im jüdischen Rathause festsetzten. An der Wahl beteiligten sich außer den Ältesten, Gemeinältesten, Beisitzer und Kassiere der Prager Judenschaft noch etwa fünfzig Personen. Darunter waren alle „Ober, Müttler und Niedere Juristen", die Schulverwalter23 vornehme Privatpersonen und hohe Kontribuenten,24 zusammen etwa achtzig Personen. Diese beschlossen einhellig, gleichzeitig zwei Oberrabbiner aufzunehmen. Als erster Oberrabbiner wurde R. Gabriel, Rabbiner in Olkusz (Polen) gewählt. Dessen Aufgabe war: „so die Leute bestraffen, von allen Übel abhalten, auch die jüdische Jura tradiren könnte", er sollte das Recht haben, die Trauungen zu vollziehen und die Ehrentitel „Morenu" und „Chower" zu verleihen. Zum zweiten Oberrabbiner wurde R. Abraham Broda, böhmischer Landrabbiner und Rabbiner in Raudnitz, gewählt, der „die Lehr, die jüdischen Studenten und Schulmeister zu unterrichten und zu versehen haben möchte". Die Aufnahme von zwei Rabbinern sei, nach einem Berichte der Judenältesten, in Prag „nichts Neues, sondern von ewigen Zeiten her übig gewesen". Der frühere Prager Oberrabbiner Simon Spira war bis 1647 auch nur „Oberrabbiner über die jüdischen Studenten" und wird im Sitzbuch der Pinkas-Synagoge25 im Jahre 1644 im Hebräischen genannt: "P p3»» Time "Höh ppSarr wcrna em bnsn parr. „Der große Gaon, Haupt der Lehrstätte, der erhabene Fürst Rabbi Simon, der Gerechte lebe". Eine solche Stelle hatte auch, zumindest am Anfang der Hohe Rabbi Low in Prag inne. Bei der jetzt durchgeführten Wahl scheint jedoch die Teilung des Oberrabbinates hauptsächlich aus dem Grunde erfolgt zu sein, weil sich der Vorstand, der kein einheitliches Gepräge hatte, auf einen der beiden Rabbiner nicht einigen konnte. R. Gabriel aus „Elkesch", Sohn des R. Low aus Krakau und ein Enkel des Koliner Rabbiners und Prager Oberjuristen R. Chaim S. Sinai, der ein Neffe des Hohen Rabbi Low war, hatte in Prag einige Verwandte, die sich für ihn einsetzten. Zu diesen gehörte hauptsächlich der willensstarke Judenälteste R. Chaim Toders26, auch Chaim Mesia genannt, Rabbiner der Pinkas-Synagoge. IS 91

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