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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 85

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 85)
Language
German
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IRI
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Wolf Wedeies immer nur sieben Kreise genannt werden, dürfte doch auch nach der neuen Einteilung der Bunzlauer Kreis dem Jungbunzlauer Rabbiner Lippmann Graetz verblieben sein. Für Abraham Broda blieben noch folgende sieben Kreise übrig: der Pilsner, Prachiner, Saazer, Elbogener, Rakonitzer, Podbroder und Moldauer Kreis. Das schöne Verhältnis zwischen R. Abraham Broda und dem Primator Abraham Aron Lichtenstadt hatte seit der Verlobung Salomon Levi Lichtenstadts mit Schifra Wedeies eine starke Trübung erfahren, weshalb sich Broda in Lichtenstadt nicht mehr wohl fühlte. Als er nun noch von den Einwendungen vernahm, die die Landesjudenschaft gegen seinen Wohnsitz vorbrachte, entschloß er sich, Lichtenstadt zu verlassen und ein anderes Rabbinat zu suchen, das sich mehr im Mittelpunkte des Landes befinde. Ein solches bot sich ihm bald in der alten Judengemeinde Raudnitz, die auch schon vorher bedeutende Gelehrte als Rabbiner gehabt hatte.18 Abraham Broda pflog mit dem Raudnitzer Judenvorstand wegen Übernahme des Rabbinates Verhandlungen und kam Dienstag den 25. Juni 1691 nach Raudnitz, um diese zum Abschlüsse zu bringen. Gleich bei seiner Ankunft mußte er erfahren, daß Wolf Wedeies schon Freitag zuvor einen Boten mit der Abschrift seines Ernennungsdekretes zum Landesrabbiner zum Raudnitzer Vorstand geschickt hatte, um Brodas Aufnahme zu verhindern, „weil das sein Revier sei". Niedergeschmettert von dieser Nachricht schreibt Abraham Broda gleich am Mittwoch den 26. Juni einen Brief voll Erbitterung an seine Verwandten Moses und Lazar Bunzl19 in Prag. Er klagt darin Wolf Wedeies als den Urheber aller Zänkereien in Prag an, der die Einhaltung der Heiligen Schrift hemme und jetzt auch noch das „Lernen" auf dem Lande zugrunde richten wolle. Sie möchten in seinem Namen an die böhmische Kammer eine Eingabe machen, „als ich mich beklage, er (Wedeies) hat eingeben ein Memorial und mich unterschrieben mit falscher Unterschrift und scaliret mit großer Schmach und Lügen". Die Zuschrift an die böhmische Kammer sollten sie dem Landschreiber R. Elias Bunzl übergeben, damit er sie überreiche. Die Antwort auf seinen Brief sollten sie nicht nach Raudnitz, von wo er bald abreise, sondern per Post nach Lichtenstadt schicken. Abraham Broda hatte die Überzeugung, daß ihm noch Höheres bestimmt sei: „Will verhoffen, wann Gott auf mich mit dem Leben gebieten wird, daß alle meines Geschlechts ein groß Belieben von mir haben werden, ... will hoffen, daß der allmächtige Gott, gelobt sei er, mich und meine (Schüler), die von mir lernen, und meinen ganzen Anhang nicht verlassen werde, will mir meine Sachen auf ein anderes Landt stellen." Das Protestschreiben Abraham Brodas blieb, genau wie das zu sei- 88 10

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