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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 83

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 83)
Language
German
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IRI
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bezeichnen. Um dem vorzubeugen, gab der Primator der Landesjudenschaft im Einvernehmen mit Wolf Wedeies im Namen Abraham Brodas ein fingiertes Bittgesuch an den Kaiser ein. In diesem Falsifikate stattet Abraham Broda dem Kaiser seinen Dank für die Konfirmation zum Landrabbiner ab. Wegen seiner dauernden Unpäßlichkeit und seines entlegenen Wohnsitzes sei es ihm aber unmöglich, das ganze Landrabbinat zu behalten. Er begnüge sich gerne mit der einen Hälfte, während er für die andere Hälfte den hiezu geeigneten Wolf Wedeies vorschlage, der ohnehin „bei der kaiserlichen Hof Stadt" darum angehalten habe. Hiedurch würden auch alle Streitigkeiten, wie auch die befürchteten Beschwerden der Landjuden verhütet werden. Mit dem Ersuchen um Gewährung seiner Bitte schließt dieses Schreiben. Diese beiden Zuschriften sandte die kaiserliche Hofkammer am 29. April 1691 (sub. praes. 7. Mai) an die böhmische Kammer mit einem Begleitschreiben, aus dem ihr Mißtrauen gegen die gemachten Angaben hervorgeht. „Nun ist zwar die Beschaffenheit der Sachen unbekannt, nicht destoweniger und im Falle sich die Sache angebrachter Massen verhält, so hätten wir derbei kein Bedenken, dass es bei gedachter Einteilung gelassen werde." Die böhmische Kammer wurde nun ersucht, sich über die Richtigkeit der Angaben Sicherheit zu verschaffen und Bericht zu erstatten. Am gleichen Tage verlangt die Hofkammer auch von den Statthaltern einen Bericht und ein Gutachten über die Angelegenheit des Landrabbinates. Die böhmische Kammer richtete am 8. Juli 1691 an die Prager Judenältesten ein Schreiben mit dem Auftrage, Wolf Wedeies wegen Übernahme des Landrabbinates über acht Kreise zu befragen und darüber eine Bericht einzuschicken. Zur Beratung über die Landrabbinerfrage wurden die Prager Judenältesten am 11. Juni abends zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen , wobei die alten Gegensätze der Parteien wieder stark zum Vorscheine kamen. Da keine Einigung erzielt werden konnte, wurden abermals zwei gesonderte Berichte abgegeben. Der Primator Esriel Bondi mit den Ältesten berichten der böhmischen Kammer, R. Wolf Wedeies wegen Übernahme des Landrabbinates befragt zu haben, der sich hiezu ohneweiteres bereit erklärte. Wedeies, fügen sie hinzu, sei auch würdig und infolge seiner großen Gelehrsamkeit wie kein anderer befähigt, die Stelle eines Landrabbiners zu bekleiden, wie er dieses in den elf Jahren seiner Prager rabbinischen Tätigkeit vollauf bewiesen habe. Seine Bestätigung zum Landrabbiner möge jedoch mit dem Vorbehalte erfolgen, im Falle der Aufnahme eines Prager Oberrabbiners sei diesem, dem Herkommen nach, das ganze Landrabbinat zu übertragen. Die Ältesten berichten auch von der Nichtbeteiligung des Moses Abeles und seines 86 8

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