Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 5 (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- – (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2644300-2644317--2042-2646387- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
sich auch Jakob Baruch Tille, während sein Vater sich Baruch Tilles unterschreibt; Bernhard Fanta unterschreibt sich Fanta Sacerdos, Sacerdot und Sacerdotte, Jakob Tuschkauer auch Tuschkauer Levita und Aron Löbl Jeuttel auch Löbl Jeuttel, Löbl Jeittels, Aron Löbl Jeitteles, Aron Mojßes Jeuttel und Aron Mojßes Löbl Yeüttel. 61 Das Wort Buchtrucker in der Unterschrift bezeichnet wahrscheinlich den Beruf des Bittstellers, der wie manche andere Handwerker des Ghettos einen Butterhandel betrieb. 62 Die Bemerkung: „doch mit dem Eißen ist mir gantz nicht gedient" läßt darauf schließen, daß er auch mit Eisen Handel trieb; doch kann dieselbe auch einen anderen Sinn haben. 63 Befreiter Hofjude nannte er sich deshalb, weil er als Hofjude von einigen die Juden erniedrigenden Abgaben befreit war und manche andere Freiheiten genoß. Den Titel „kaiserlicher Polnischer Faktor" führte auch der Hofjude Samson Wertheimer (vgl. David Kaufmann 1. c). Über die befreiten Hofjuden vgl. Grunwald, Sam. Oppenheimer und sein Kreis, S. 9 ff. 64 Daß das Bittgesuch in Prag geschrieben wurde, ergibt sich aus der Stelle in der Beilage A: „Drittens kann allhier in dieser Statt Prag . . .". 66 Mirowitz hatte diese Bittschrift, wie er in derselben ausdrücklich bemerkt, in seinem hohen Alter geschrieben. Und da er laut einer Eintragung im „Liber Judaeorum albus (II Nr. 2170, fol. 49 im Prager Stadtarchiv), die mir Herr Tobias Jakobovits mitzuteilen die Freundlichkeit hatte, im Jahre 1673 im 80. Lebensjahre stand, so kann angenommen werden, daß er das Bittgesuch in der Zeit 1770-75 überreicht hatte. 66 Grunwald, Samson Oppenheimer S. 12. Herr Dr. Tobias Jakobovits teilt mir mit, daß er im Prager Staatsarchiv „Vieles" über Mirowitz gefunden hat. Doch sind mir diese Akten leider nicht zugänglich. 67 Humprecht Johann Graf Czernin, der Erbauer des Czerninschen Palais auf der Kleinseite in Prag, war Ritter des goldenen Vließes, Wirklichergeheimer Rat, erster Kämmerer, königl. Statthalter und „des großen Landrechts Beisitzer". Er war Jahre hindurch kaiserlicher Gesandter in Venedig und intimer Freund des Kaisers Leopold L, von dem eine Anzahl von Briefen an den Grafen im Neuhauser Schloßarchiv aufbewahrt sind. Diese einflußreiche Persönlichkeit suchte Mirowitz für sein neuestes Projekt zu gewinnen. 68 Dr. Solari muß in Prag ein Gelehrter und technischer Fachmann von Ruf gewesen sein, da Mirowitz sich auf ihn als Autorität beruft. 69 Es ist hier von dem Altstädter Juden die Rede. Sollte in Altstadt, wo im achtzehnten Jahrhundert eine größere jüdische Gemeinde sich befand, in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts nur eine jüdische Familie gewohnt haben? 70 Die Worte „durch Versilberung von der Herrschaft aus" sind wohl so zu verstehen, daß er den Verkauf von Landesprodukten aus der Herrschaft als Erwerb zu betreiben beabsichtige. 71 Bona Ventura muß bereits in hohem Alter gestanden sein, da er im Jahre 1645 zu den fünf Opponenten gehörte in einem Streite, der damals zwischen den Judenältesten und angesehenen Männern des Prager Ghettos entstanden war (Jakobovits 1. c. S. 255 u. Anm. 12). 72 Auf dem Bittgesuche geben sie als ihren Beruf „Roßhändler'' an, doch handelten sie auch mit Tuch und anderen Waren und waren auch Besucher der Leipziger Messe. 73 Schopka, ein Dorf bei Melnik. 74 In Erledigung dieses Gesuches schreibt Graf Herrmann Jacob an seinen Prager Kassier Zeidler: „Obwohl Sie bemelte Juden einige Gnaden nicht würdig sein, sondern wegen ihres Betrügerischen Beginnens Vielmehr Zur Abstattung der Vermöge aller Rechte Zu Bezahlen schuldigen Völligen Interessen anzuhalten wären, daß Ihnen nichts desto weniger auf den Fahl, dafern sie die Prozeßkosten 69 77