Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 5 (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- – (sequence 75)
- Language
- German
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würklich bezahlt und den Procurator Soffky contentiret haben, die schuldigen Interessen auß Gnade geschenkt und nachgelaßen sein sollen. Wien, 16. November 1691. 75 Der Schreiber dieses Briefes ist identisch mit dem fürstlich niedersächsischen Hof juden und geschworenen Landesdeputierten Abraham Aron Lichtenstadt, dem Primas der, soweit bisher bekannt ist, ersten ordentlich gewählten Deputierten der Landesjudenschaft in Böhmen (vgl. Jakobovits, Jüdisches Gemeindeleben in Kolin, im hist. Jahrb. I, S. 299 u. Anm. 27). Im Jahre 1693 wurde er von seinen Feinden einer Blasphemie beschuldigt, weswegen sich ein langwieriger Prozeß gegen ihn entwickelte. Er erlegte eine Kaution von 20.150 fl., wovon die Hälfte seine Denuntianten Elias Backofen und Berl Tabor erhielten. Doch schließlich stellte sich dessen Unschuld heraus. Im Jahre 1701 ersuchte er um die Restituierung in seine Primaswürde, die, wie wir aus unserem Briefe ersehen, auch erfolgte. Er starb wahrscheinlich gegen Ende des Jahres 1702, wo (am 3. XII.) Isak Sacerdot zum Primator ernannt wurde (vgl. Grunwald, Sam. Oppenheimer und sein Kreis, S. 331 ff., und Jakobovits 1. c). 78 70