Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 5 (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- – (sequence 53)
- Language
- German
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mit höchsten Spotten hat annehmen müssen". Er habe bereits 40 Mann „mondiert" und habe 1000 fl. zu fordern. Er bitte um die Auszahlung dieses Betrages, „damit er nicht stecken bleibe". Schließlich teilt er mit, daß er seinen „Prinzipal" allein nach Neuhaus wegen der Wolle schicke. „Euer gestreng wollen Einmahl Ein Ende drauß machen, damit Er nicht umbsonst hinreißen soll. . . Er werde sich als Eidbogen melden, der eigentlich mein Schwager ist." Zwei Tage darauf, am 21. Jänner, teilt er Prochazka mit, welche neue Schwierigkeiten ihm Kommissar Degrosi bereiten wollte. Vorigen Freitag habe er demselben 16 Mann, die er für den Grafen Mof in mit Monturen bekleidet hatte, „vorgestellt", die er ohne jeden Anstand angenommen habe. Hingegen verlangte er von Hans Heinrich, daß er die zur Anfertigung bestimmten vier Stück „siegler Tücher einwaken" (einweichen, walken) lassen solle. Er sehe nicht ein, warum bei den für den Grafen Czernin bestimmten Monturen anders verfahren werden solle, als sonst im ganzen Königreich Böhmen. Wenn man gewalkte Tuche haben wolle, so müsse man dieselben um ein Viertel Jahr früher bestellen, zumal im Winter, - wie solle man da soviel Tuch trocknen, wo selbst ein Hemd schwer trocknet? Übrigens habe ja die „Atterationscommission" (Adjustierungskommission?) seine „Mondierung" durch sechs „Eiste (älteste) geschwohrene Meister" besichtigen lassen „und kein Mangel dbey außgesetzt werden köhnen". Gott weiß, da er die besten „4 siegler Tücher", die in Reichenberg zu bekommen waren, gekauft habe. Ihre Beanständung geschehe nur „Ihro Excell. zu trutz". Er bitte daher, Prochazka möge Hans Heinrich schreiben, daß er auf die Forderung des Kommissars nicht eingehen solle, damit ihm dadurch keine Schwierigkeiten bereitet werden. Zum Schlüsse bittet er um die Überweisung von 1000 fl., da er bereits 39 Mann bekleidet hat, und daß die Wolle seinem Schwager gegeben werde. In einem Briefe vom 17. Feber 1699 erinnert Jeüttel Prochazka daran, daß er ihm in Melnik für das Lederwerk (Abnahme der Rohhäute) ein um 100 fl. jährlich höheres Angebot gemacht habe, als der bisherige „Lederjude" bezahlt hat, worauf er die Antwort bekam, daß er in diesem Falle „den Vortritt haben soll". Er bitte um einen Bericht, welchen Preis der Lederjude bisher für die Häute bezahlt hat. In einem Briefe vom 29. Feber bedauert er, auf sein Schreiben vom Siebzehnten keine Antwort bekommen zu haben, und bittet nochmals um die Zusendung des Verzeichnisses, „wie teyer der Judt den Contract zuvor gehabt hat", worauf er ein schriftliches Angebot machen werde. Er würde 200 bis 300 fl. im Wirtschaftsamte (als Kaution?) liegen lassen, „damit sie noch bößer verwahrt sein möchten". Zum Schlüsse bemerkt er : er habe für Monturen bereits 700 fl. zu fordern, er „bitte um die Anschaf- 56 48