Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 50

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2644300-2644317--2018-2646363
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

33. Aron Löbl Jeüttel an Prochazka und andere gräfliche Beamte (1684 bis 1702) Von Jeüttel, der sich auf einem seiner Briefe als „Tscherninscher Haus-Jud" unterschreibt, sind im Neuhauser Schloßarchiv fünfzehn Briefe aufbewahrt, von denen zwölf an den Oberhauptmann Prochazka, einer an den gräflichen Rentmeister Richtersohn nach Wien und einer an denselben nach Neuhaus gerichtet ist. Einer ist ohne Datum und Angabe des Adressaten (Wohledler Gestrenger). In den Jahren 1695 bis 1702 lieferte er einigen Herren vom Hochadel Monturen für die von ihnen für das kaiserliche Heer zu stellenden Rekruten. Am 2. Juli 1684 schreibt er an Prochazka nach Vinof, daß die zwei Juden, welche die Zwetschken gekauft hatten, den Vertrag nicht eingehalten haben; er habe drei andere Juden gefunden, welche die Zwetschken abnehmen werden und dem Verwalter Steinmetz 10 fl. als Angabe gegeben haben. Als Postskriptum schreibt er, Prochazka möge ihm mitteilen, „ob er etwas von nöthen habe, viel (will) weiter getreu dienen". In einem Briefe an Prochazka vom 4. März 1695 verteidigt er sich gegen den Vorwurf, daß er Monturen mangelhafter Qualität geliefert habe. Man möge den „Herrn Commissario" in Prag befragen, ob irgend einem Herrn bessere Monturen geliefert werden, als er dem Grafen Czernin ä 22 fl. liefere. Es werde sich ergeben, daß sonst Monturen geliefert wurden, welche die Soldaten nur „Etzliche (ettliche) Tag auf den Halß gehabt haben", was von den von ihm gelieferten nicht gesagt werden könne. Er habe bereits 50 Monturen geliefert und habe noch weitere 10 auf Lager, doch habe er Mangel an Geld, weshalb er um die Überweisung von 400 bis 500 fl. und um die Mitteilung bitte, wieviel Monturen er auf Vorrat halten solle. Am 9. März schreibt er: Der Oberhauptmann habe gewiß seine Mitteilung erhalten, daß er bereits 50 Monturen geliefert habe. In dieser Woche würde er noch weitere drei nach Melnik und fünf nach Neuhaus zu liefern haben. Er bitte, ihm durch Hans Heinrich (den gräflichen Hausmeister in Prag) 500 bis 600 fl. auszahlen zu lassen, da er diesen Betrag „sehr von nöthen habe". Am 15. März verteidigt er sich wieder in einem Briefe an Prochazka gegen den Vorwurf, daß er Monturen minderer Qualität liefere und die Rekruten bei der Ausfolgung der Monturen aufhalte. Gott weiß, so schreibt er, daß diese Vorwürfe unbegründet sind, da er die Soldaten immer am selben oder am nächsten Tage frühmorgens ankleide. Was jedoch den Vorwurf „der untüchtigen Mondierung" betrifft, so bezeugen die Soldaten, welche „dieselbe am Leibe haben", das Gegenteil. Trotzdem 45 53

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.