Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 5 (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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betrages von 100 Talern erstrecken möge, in Anbetracht dieser, für sie so schweren Zeit, wo kein Vieh vom Lande zugeführt wird und sie für das Fleisch und die Häute keinen Absatz haben. Er werde bis zur glücklichen Rückkehr des Grafen nach Prag nicht aufhören ihn zu bitten, daß er den Fleischhauern die Gnade erweisen und ihnen mit der Bezahlung warten möge, und dies um so mehr, als er (Marek) wisse, daß sie den guten Willen haben, die Schuld zu bezahlen. Zum Schlüsse bietet er dem Grafen drei große schöne Zobelfelle an. 13. Jüdische Fleischhauer der Prager Altstadt Vergleich mit dem Grafen Herrmann Czernin (1647) Die jüdischen Fleischhauer der Prager Altstadt schuldeten dem Grafen Herrmann Czernin, wahrscheinlich für geliefertes Schlachtvieh, einen Betrag, dessen Höhe nicht genannt wird, wovon zu Galli 1647 300 Reichstaler und die aufgelaufenen Zinsen im Betrage von 45 Reichstalern zu bezahlen waren. Da jedoch die Fleischhauer beide Beträge zu bezahlen nicht in der Lage waren, kam ein Vergleich zustande, wornach der Termin zur Bezahlung der 300 Reichstaler bis Galli des künftigen Jahres erstreckt wurde und die fälligen Zinsen von 45 Talern durch die tägliche Lieferung von gutem Rindfleisch ä 3 kr. per Pfund und von Kuttelfleck für den Prager gräflichen Haushalt abgezahlt werden sollten. Die Vergleichsurkunde wurde am 10. Dezember 1647 vom Grafen und von vier jüdischen Fleischhauern (in hebräischen Lettern) unterfertigt. (Vgl. Beil. V.) 14. Mojses Brandeis, Sattler Vertrag mit Herrmann Grafen Czernin (1648) Graf Herrmann Czernin schloß am 29. Jänner 1648 mit dem jüdischen Sattlermeister der Prager Altstadt einen Vertrag, wonach dieser sich verpflichtete, dem Grafen binnen sechs Wochen einen neuen, sechssitzigen (an den Seiten je zwei, vorn und hinten je ein Sitz) Luxuswagen55 zu liefern, dessen komplizierte innere Ausstattung und das hiezu zu verwendende Material im Vertrage genau beschrieben ist (vgl. Beil. VI), und zwar nach dem Muster des Wagens, den er dem Grafen Coloredo geliefert hatte. Die Höhe des für den Wagen ausbedungenen Preises wird in dem Vertrage nicht genannt, doch wird bemerkt, daß dem Brandeis als 27 35