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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 18

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644317--1986-2646331
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sein Vetter, der Schnürmacher Löbl Fanta, seien durch den Brand um ihr ganzes Vermögen gekommen, das sie in Eisen und Metallwaren in einem Gewölbe innerhalb des Ghettos auf Lager hatten. Nur etwa der zehnte Teil der Waren, bestehend aus zerschmolzenem Zinn und etwas altem Eisen und Messing, konnte mit Mühe und Unkosten gerettet werden, die jedoch auf der Gasse lagen, da sie kein Lokal hatten, um sie unterbringen zu können. Da stellte ihnen die Frau Hauptmann Krön „auß großen Erbarmen und um Gottes Lohn" ein Gewölbe in ihrem Hause (wahrscheinlich in der Altstadt) zur Verfügung, wo sie die geretteten Sachen vorläufig aufbewahren konnten. Nach drei Wochen mußten sie jedoch das Gewölbe räumen, da es die Frau Hauptmann für ihren eigenen Bedarf benötigte. Da erfuhren sie, daß im gräflich Czerninschen Hause in der Altstadt ein ganz dunkles Gewölbe oder Keller leer stand, weshalb sie sich an die Hausmeisterin mit der Bitte wandten, ihnen diese Räumlichkeit gegen Bezahlung auf einige Zeit für die Sachen zu überlassen, was diese auch tat. Als sie nach fünf Wochen kamen, um die Sachen abzuholen, verlangte der Hausmeister für die Benützung des Lokales bis zum nächsten St.-Galli-Termin drei Reichstaler, bis zu welchem Termine die Sachen im Gewölbe liegen bleiben können. Diesen Betrag mußten sie „zum Unßeren höchsten Schaden" erlegen und sie ließen etwas Messing und altes Eisen im Gewölbe zurück. Als sie „nach zwei bis drei Wochen" auch diese Sachen abholen wollten, verweigerte ihnen der Hausmeister den Eintritt ins Lokal, indem er noch einen Reichstaler „vor seine Schengage" (?) verlangte. Er bitte daher, der Oberverwalter möge in Anbetracht dessen, daß der Vater des Bittstellers dem verstorbenen Grafen Humprecht Johann sein Leben lang treu und aufrichtig gedient hatte, „daß niemahlen einige Klag wider ihme eingelaufen wäre", dem Hausmeister anbefehlen, daß er ihm die Sachen ausfolgen soll, damit er (der Bittsteller) nicht gezwungen wäre, „weg(en) dieser Pagatell Ihro Excell. H. Graffen" zu belästigen. Wir sehen, daß manche christliche Bewohner Prags sich den unglücklichen Juden gegenüber liebevoll und hilfreich verhielten, während manche derselben die Notlage der Abbrändler eigennützig mißbrauchten. ★ Bemerkenswert ist es, daß während des Dreißigjährigen Krieges Juden auch in der Prager Altstadt wohnten und ihr Gewerbe daselbst ausübten. Der Hausjude Samuel Marek datiert seinen Brief an den Grafen Herrmann Czernin „Datum v Starem Meste Praz(skem)", woraus geschlossen werden muß, daß er in der Altstadt seinen Wohnsitz hatte, da er, wenn er im Ghetto gewohnt hätte, seinen Brief, wie es alle anderen Juden des Ghettos taten, einfach mit „Prag" datiert hätte. Der 13 21

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