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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 13

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644317--1981-2646326
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Zuweilen betraute ihn der Patron auch mit Interventionen in finanziellen Angelegenheiten bei anderen Herren vom Adel. Der Hausjud des Grafen Adam Paul Slawata, Josef Körpel, wurde vom Grafen mit einer solchen Intervention bei dem Grafen Hrzan betraut. Körpel handelte mit Schwefel, den ihm der Graf lieferte, und wurde beauftragt, Musketen und Pistolen des Grafen in Prag zu verkaufen. Jakob Tille, der Hausjud des Freiherrn Johann des Älteren Czernin (später auch des Grafen Humprecht Johann) vermittelt den Verkauf von Butter und Käse des Freiherrn an einen Prager Händler, kauft für seinen Herrn in Prag ein Pfund Silber und Gold und sendet ihm verschiedene Gegenstände für seinen eigenen Bedarf und Seiden- und Harrasfransen für die Freifrau Susanna. Als Hausjude des Grafen Humprecht Johann liefert er Leinwand, Flor, Schleier und andere Gegenstände für den Bedarf des gräflichen Haushaltes und besorgt den billigen Einkauf des für die Beerdigung der Mutter des Grafen, der Freifrau Susanna, erforderlichen schwarzen Tuches, wobei er den hiezu erforderlichen Betrag von 120 fl. dem gräflichen Kammerdiener vorstreckt. Er gibt dem Grafen ein Darlehen von 151 fl., dann ein zweites Darlehen von 70 fl. Als Rückzahlung nimmt er auch Schmalz, Butter oder Wolle aus den gräflichen Herrschaften. Samuel Marek, der Hausjude des Grafen Herrmann Czernin, bietet diesem im Jahre 1646 drei große schöne Zobelfelle zum Kaufe an, die in der damaligen Kriegszeit eine Rarität waren. Fürst Lobkowitz habe zwar, so schreibt er an den Grafen, die Felle haben wollen, doch habe er sie ihm nicht gegeben, da er wisse, daß der Graf sie brauchen werde. Er gebe sie dem Grafen, auch wenn dieser jetzt kein bares Geld haben sollte. Im Jahre 1654 hatte Graf Humprecht Johann bereits einen neuen Hausjuden, und zwar den Ältesten und geschworenen Richter der Prager Judenschaft, Bernhard Fanta Sacerdotte.11 Dieser betrieb bereits im Jahre 1643 großen Wollhandel. Er verpflichtet sich, die Wolle von den gräflichen Herrschaften zu einem um einen halben Gulden höheren Preise, als der Marktpreis ist, abzunehmen, und liefert ihm Tuch und Pay (grobes Tuch) so billig, daß er dabei 60 fl. verliert, um sich den Grafen „als seinen Patron" zu erhalten. Als er im hohen Alter keinen Wollhandel mehr betrieb, vermittelte er den Verkauf der gräflichen Wolle an gute Käufer. Er teilte dem Grafen auch mit, daß er ihn beim Herrn Krotzin (wahrscheinlich in finanzieller Angelegenheit) vertreten habe, worüber ihm der Sekretär das Nähere berichten werde. Fanta blieb bis zu seinem Tode Hausjude des Grafen, wie aus einem Bittgesuch seines Sohnes Salomon an den Grafen Herrmann Jakob hervorgeht.12 Als Hausjude des Grafen Herrmann Jakob, des Sohnes Humprecht Johanns, liefert Aron Löbl Jeüttel in den Jahren 1695 bis 1702 dem 16 8

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