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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 12

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644317--1980-2646325
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treffenden Kavaliere namhaft machen und die Transaktion vermitteln (vgl. Beil. X). In einem zweiten Briefe bietet er dem Grafen den Kauf einer großen Herrschaft in Böhmen an. Salomon Elikum und Salomon Würmbs bieten dem Grafen Herrmann Czernin den Kauf von Hypothekarschuldbriefen auf Güter an. Jakob Levita Tuschkauer bietet dem Grafen Herrmann Czernin den Kauf der Herrschaft Haid in Südböhmen an, Adam Götzl Lichtenstadt und Baruch Weiszl bieten ihm den Kauf der Herrschaft Jitschin vom Grafen Tiefenbach um den Preis von 310.000 fl. an. Götzl Mandl Lichtenstadt bietet demselben Grafen im Jahre 1674 den Kauf von zwei Herrschaften des Grafen Millesimo und drei Herrschaften des Grafen Mofin an. Aron Porgis bietet dem Grafen Herrmann Jakob Czernin den Kauf der Herrschaft Nebilov und Kbel und Veitl Fanta den Tausch des Gutes Landstein (bei Neubistritz) gegen die Herrschaft Smific gegen eine entsprechende Aufzahlung von Seiten des Grafen an, während ihm Israel Zappert den Kauf einer Herrschaft in Niederösterreich nicht weit von Wien anbietet. Israel Zappert verhandelt auch mit dem Grafen brieflich wegen eines Darlehens von 100.000 fl.; doch will der Graf nur fünf Prozent Zinsen bezahlen, während Zappert erklärt, daß es nicht unter sechs Prozent zu erlangen sei. 6. Hausjuden Aus unseren Briefen gewinnen wir auch Einblick in die Tätigkeit der sogenannten Hausjuden. In der Judenkonskription vom Jahre 1729 ist bei 100 Männern und 23 Frauen der Beruf als Hausjude bzw. Hausjüdinnen angegeben.10 Und doch war Hausjud kein eigentlicher Beruf, der Hausjude war ein Geschäftsmann wie jeder andere, der Waren kaufte und verkaufte und mit jedem Geschäfte machte, der sich ihm hiezu darbot. Doch war sein bester und einträglichster Kunde der adelige Herrschaftsbesitzer, der ihn zu seinem Lieferanten und Vertrauensmann machte und dem er alle möglichen Dienste leistete. Der Hausjude war immer am laufenden, ob und welche Landesprodukte sein „Patron" — so nannte er seinen Herrn - zu verkaufen hatte, die er selbst zu einem guten Preise abnahm, wenn er sie mit Nutzen absetzen konnte, oder er machte für sie einen anderen guten vertrauenswürdigen Käufer ausfindig. Er lieferte seinem Patron auch Waren für den Hausbedarf, wenn er sie selbst im Verschleiß hatte, oder er verschaffte sie zu einem billigen Preise. Wenn der Herr Geld benötigte, so gab er ihm selbst ein Darlehen, wenn es sich um kleinere Beträge handelte, oder verschaffte ihm ein größeres Darlehen bei einem reichen Glaubensgenossen. 7 15

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