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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 479

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 479)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644307--1938-2646282
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das Land Böhmen und das Land Mähren gleich viel tragen, doch hat der Gaon, der Landesrabbineir ihre Worte mit guten Gründen und Klugheit widerlegt, 1. der Stand des Landes Mähren ist stets schlecht, und wenn sie auch geeignet sind an Zahl der Personen — Gott 'behüte sie — so sind doch die Meisten, ja fast alle arm und mittellos. 2. die Toleranzgelder, die nicht darin enthalten sind und 3. sind sie alle Untertan partikularen Herrschaften und gezwungen apart zu kontribuiren. Schau, was vor uns! Die Herrschaften des Landes Mähren waren die Ersten, die vor einigen Jahren mittels Herrn Grafen Leopold von Dietrichstein den Stillstand der Vertreibung bewirkt haben und ein jeder beigelegt, daß ihre Hauptrevenuen von den Juden herkommen, und dergleichen Argumente, die gehört zu werden verdienen. Doch die Abgesandten der Gemeinde Prag haben kein Gehör geschenkt und sowie man von den Herren in der Kommission hört, haben sie remonstrirt, daß die Provinz Mähren so groß an Seelenzahl ist, daß wenn Mähren auch die Hälfte von 300000 fl geben sollten, wird auf die Person nur eine Kleinigkeit kommen. Diese Sache gereicht, behüte, der ganzen Gesamtheit zum Schaden; die Führer der Provinz Böhmen haben sie an sich gezogen, um die Provinz Mähren schwer zu belasten, was hernach die Repartition zwischen Prag und Böhmen belangt, wollen sie sich bei einer Kommission in Prag vergleichen. Nun was dieses Vorhaben gegen die Provinz Mähren betrifft, bin ich gar nicht im Zweifel, daß der Gaon, der Landrabbiner und die Abgesandten das Ihrige tun werden auf kluge Weise und mit Worten der Weisen, die in Ruhe angehört werden, Widerstand zu tun; dieses Land ist ja auch dadurch ausgezeichnet, daß die Herrschaften ihrer Untertanen sich annehmen, man wird sich wohl dem schweren Joch unterziehen, aber nicht wie es jene Männer wollen, die mehrere Gesichter nach jeder Seite haben. Aber meine böhmischen Landesvorsteher bedauere, die werden nach meiner Ansicht die Gefoppten sein und besonders, wenn sie erst ihren Vergleich in Prag ausmachen wollen, sie sind wohl Menschen von Format, aber denen Präger Widerstand zu leisten bei weitem nicht suffieient. Es will noch eine Vermutung über die Führerschaft unterlaufen, daß nämlich die Präger Führer auch Vorsteher des Landes Böhmen agiren wollen, es ist dies schon einmal geschehen zur Zeit des Streites in Prag zwischen Bauern und Liechtenstätter, da von ersterer Seite dieses zum Tort R. Abraham Liechtenstadts, s. A., der Primas des Landes war, mit Hilfe R. Elia Bakofens, s. A., hat geschehen sollen.174 In summa, ich bin besorgt, daß wann alle Vergleiche zwischen Prag und dem Lande Böhmen in Sachen der Abgaben nicht hier debattirt werden, so werden die Leute der Provinz mit der Zeit wie Knechte von ihren Herrn traktirt werden, und, behüte, immer tiefer sinken. Mein lieber geehrter Herr, e. 1., wie 468 116

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