Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 477

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 477)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2644300-2644307--1936-2646280
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

mich zurückgehalten meinen geehrten Herrn, e. 1., in dieser Sache zu bemühen. Jedoch weil ich weiß, daß mein geehrter Herr, e. L, sich die Angelegenheit der Gemeinschaft sehr angelegen sein laßt, wie ich mit meinen eigenen Augen gesehen und zum 2. und 3. mal gelesen habe, als ich mit ihm war in seineT Wohnung in Regensburg, darum will ich mich nicht zurückhalten, bekanntzugeben, worauf die Sache beruht. Damit werden viele Zweifel entfallen und viele Vorschläge, die von der Ferne geschehen, bevor man über die Wurzel inf ormirt ist. Es sind Abgesandte aus Prag hier R. Salman Koref170 und R. Israel Frenkl,171 vom Lande Böhmen R. Wolf Bresnitz172 als Primas und R. Abraham Janowitz als Landesvorsteher, vom Lande Mähren R. Beer Leipziger als Vorsteher von Nikolsburg und R. Aron Löb aus Mkofeburg als Landesvorsteher und mit ihnen der Landschreiber R. Samuel. Als ich noch in der Gemeinde Eisenstadt und in Baden war, hörte ich «brieflich, daß diese glauben, Interventionen zu treiben, die Last von 300000 fl jährlich zu erleichtern, das ist das Eine; das Zweite zu trachten, diese Last so zu teilen, daß sie sie tragen können. Am letzten Mittwoch bin ich hiehergekommen und zu einem Bekannten gegangen, der hat mir gesprächsweise gesagt, es ist von der erwähnten Summe nichts abzubringen, weil es fundirt ist, und da sagte ich ihm, das Fundament möchte ich gerne wissen, warum nicht weniger oder mehr, hat mir endlich gewissermaßen als Geheimnis enthüllt, und zwar sagte der Ungenannte, wie die Vertreibung ist resolvirt worden, haben die Männer der heiligen Gemeinde Prag durch den Herrn Herzog von Lothringen173 — durch ein Memorial durch einen namens Maritsduke ein Offertum gemacht, daß wenn die Vertreibung eingestellt wird, so wollen sie die Magazine der Armee für 6 Monate zu furnieren; diese Sache ist eingegraben im Herzen zur Erinnerung. Nun hat man nachgeschlagen, solches hat gekostet 2,400.000 fl, weil nun unsere Herrin, die Kaiserin, i. E. w. e., jetzt die Gnade tut, die Vertreibung aufzuheben, so will sie von diesem Offertum nichts verlieren, tut aber dabei noch folgende Gnaden. 1. daß sie das Geld nicht auf einmal verlangt, sondern es reduzirt in 10 Jahresraten mit 5 vom Hundert Zinsen pr Pausch in ein Stück gerechnet, beträgt zusammen 3 Millionen, aJso jedes Jahr 300000 fl. 2. bei dem gemachten Offertum hat man die ordinären Steuern als Prag und Böhmen den fünfundvierzigsten Teil, und das Land Mähren (ohne das Toleranzgeld 8000 fl jährlich, so von dem verstorbenen R. Leb Stadlan wie meinem geehrten Herrn, e. 1., bekannt, herrühren) betragt in Lahnen und Kaminen 5000 fl, manchmal auch 6000 fl, nicht ausbedungen, daß aufgehoben sein sollte, jetzt aber werden diese aufgehoben sein. Da sagte ich ihm, die Tage reden, die Jahre erzählen, daß in den Tagen Kaiser Maximilians in Prag und Böhmen eine Vertreibung gewesen wegen lügen- 466 114

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.