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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 475

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 475)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644307--1934-2646278
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ist jede Stunde, ja jede Minute die Exekution nicht sicher, ihr Leben hängt in der Luft, am Morgen sagen sie, wäre doch schon Abend. Daß keiner im Geschäfte was unternehmen kann, da bekanntlich in diesen Ländern ihr Haupterwerb besteht in Darlehen an die Ackerleute und Bauern, daß also das Wenige, das Einzelne haben, durch Verbrauch bei Untätigkeit konsumirt wird, es bliebe ihnen nichts als das nackte Leben ohne irgendwelche Stütze. Wer kann da die Worte zurückhalten, wenn man den großen Ruin betrachtet in der Judengas.se der heiligen Gemeinde Prag, u. u. v. S. w., die neun großen Synagogen ohne die Lehrhäuser und die Jeschiwoth —; an ihnen gieng in Erfüllung, die Tore stehen öde. Allnächtlich geschehen Einbrechung, daß alles, was aus Stein und Eisen festgebaut ist, niedergerissen und zerstört wird; die Wohnhäuser mit den festen Gewölben für ihren Erwerb, die viele Millionen betragen haben, stehen nun mehrere Jahre verödet ohne Bewohner, die Mauern drohen einzufallen, daß es in kurzer Zeit Steinhaufen und Trümmerhaufen für alle Ewigkeit werden dürften, und so ist auch in den anderen ruhmreichen Gemeinden Israels zu befürchten, die, wie von uralten Zeiten her gebräuchlich eigene Häuser haben und bewohnen. Jedoch alle Gemeinden und Länder hängen ab von der heiligen Gemeinde Prag, und wenn denen Hilfe geschieht, daß sie wieder an ihren Ort zurückkehren dürfen, wenn auch nicht alle auf einmal, sondern in bestimmter Zahl aber doch eine erkennbare Mehrheit, so werden von selbst die Vertreibungen in den anderen Gemeinden und Ländern zurückbleiben, sowie ein Gelübde, wenn es teilweise gelöst wird, ganz gelöst ist. Daß solchem nach alle Weisheit und Klugheit und Ratschluß auf die Erhaltung der heiligen Gemeinde Prag mußte angewendet werden, davon wird sich die Rettung, für alle Provinzen und übrigen Gemeinden, G. b. s., abzweigen. Sieh, mein Geist hat mich aus Gottesfurcht veranlaßt, die Leiden unserer Brüder zu erwähnen, vielleicht wird das Gute durch den Guten herbeigeführt, dadurch, daß Sie, sehr Geehrter und ihr geehrter Bruder, der Einflußreiche, der Einfluß beim Hofe des Königs, s. E. w. e., und den Vornehmen des Landes hat, sich beraten und vielleicht bewirkts die Zeit, nachdem der Zorn teilweise vergessen ist, da man sieht, daß während dieser langen Zeit alles in Freundschaft angenommen wird, wird dem ehrlichen Verhalten, da niemand dazu Klagen hat, bis jetzt ein Jeder seine Treue mit Aufopferung Gut und Blut bezeigen tät, in Lieferungen zur Armee zu Wasser und zu Land« sind die Söhne unseres Volkes am besten und zum Nützlichsten zu gebrauchen. Ob man nicht ein mehrmaligen Interzessionalschreiben vom König von England, s. E. w. e., bewirken könnten. Und wenn nach Ihrer hohen Einsicht und Klugheit ein Memorial an den König erforderlich wäre, so aber im Namen seines 464 112

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