Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 468

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 468)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2644300-2644307--1927-2646271
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

von England als auch die Herren Staaten an ihre Gesandten in Wien schreiben sollten, der Königin, i. E. w. e., und ihren Fürsten zu Herzen zu reden und hart zu ahnden, daß sie die vorige Vorschreiben, so der König von England, s. E. w. e., und die Herren Staaten nach Wien ergehen lassen, so wenig gewirkt haben und die Königin noch bei so in aprobirlicher Resolution beharrt, wodurch den Ländern Holland und England im Gewerbe und Negotium große unwiderbringliche Schäden verursacht werden, und eben dergleichen Vorschreiben sollten auch von England und Holland an Prinz Karl, s. E. w. e., ergehen, und wie gut wäre es, wenn zu bewirken wäre, daß einige Minister und Vornehme seines Volkes selbst reden und im Namen ihrer höchsten Prinzipalitäten rekommandiren täten, daß er ein rechter Fürsprech bei seiner Schwägerin der Königin, i. E. w. e., zu sein, daß sie „die Krone wieder in ihren alten Stand versetze", sowohl Prag wiederum besiedeln zu lassen, als auch die Vertreibung aus den Provinzen aufzuheben, denn dem Vernehmen nach, soll der erwähnte Prinz Karl mitschuld an dem Schaden sein, weil die Bürger in Prag und ebenso die Kanfleute dort bei ihm lügenhaft die Juden verleumdet hatten und er geglaubt hat, es sei wahr. Weiters wäre nötig, daß einige Vorsteher und Führer und angesehene Älteste, sowohl von den Sefardim als auch den Aschkenasim selbst dem Prinzen Karl aufwarten und lamentiren täten mit Bitten und Flehen, er möge im obigen Sinne ein guter Fürsprech sein und ihm vorzustellen, daß sie mit Lüge und Trug uns verleumdet haben. Was könnte ich wissen, was m. k. t. nicht weiß und solches mit anderen frommen und vollkommenen Männern gleich ihm zu inkominiren wissen wird, davon heißt es, „mancher erwirbt sich seine künftige Welt in einer Stunde", denn er rettet Tausende und Zehntausende aus Israel, gewiß wird ihr Lohn verborgen und aufbewahrt, kein Auge sieht usw. Sonst nichts, nur erwarte ich seine Antwort, stets bereit ihm zu dienen zu seinem Wohle. Dies die Worte seines Mechut&n und treuen Freundes und Mannes seines Bundes der geringe Simon Wolf Wertheim. Es ist höchstens nötig, daß die aschkenasische und sefardische Gemeinde in Amsterdam mit der aschkenasisehen und sefardischen Gemeinde in London hierin fleißig korrespondiren und recht klug überlegen, wie dieses Verhängnis mit Gottes Gnade könnte vereitelt werden und da dem Vernehmen nach schon längst große Spenden in Holland und England als Beihilfe für die Fürsprachen und die Ernährung der Armen in Böhmen und Mähren aufgehoben wurden, so könnte hiezu nach ihrem Gutdünken verwendet werden. 105 457

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.