Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 462)
- Language
- German
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zu erhalten, so aber derzeit von keiner Verläßlichkeit zu melden, bis vorher die bereits .geschehene Interzessionen erinnerlich movirt werden. Man ist fleißig daran, was sich nur tun läßt. Gott gewähre seine Hilfe. Was mein Herr Vater, e. 1., erinnert, daß von Seiten der Präger an einige hochangesehene Stellen" geschrieben werden soll, Ist bereits geschehen und wird nichts unterlassen. Daß man aber an den angesehenen R. Mose Breslau schreiben t&ollte, herzukommen oder jemand an seiner Statt zu schicken und zwar dieses mit Genehmigung des Baron Agiiar, solches ist unmöglich, denn es möchte zweifellos Agilar verdrießen, wemn man ihn diesfalls nur um Rat fragen sollte, indem er es empfindlich auf nehmen wird, als wenn man ihn für inkababel haltet oder kein Vertrauen auf ihn setzt, uimsomehr als mir bekannt ist, daß er mit R. M. B. nicht eine« Sinnes ist, mithin dieses von hier aus unmöglich ist, wohl aber durch meinen Herrn Vater und Lehrer, e. L, weil ohnedies mit ihm korrespondirt, könnte ihm mit Bitten remonstrirt werden, daß entweder er selbst zu Ehre der Gesammtheit das Geschäft der Intervention hier mit Nachdruck zu betreiben sich resolviren möchte, oder wenigstens einen andern kapablen Mann mit genügsamen Instruktionen her zu beordern, welches zweifellos zu großem Nutzen gereichen könnte. Darum beliebe von dort aus dieses zu besorgen. 67 (Wien, 1745, MäTz, 28.) Fernere Relation vom Ausgang des heiligen Sabbat, Sonntag 24. Adar II 505. Heute ist unsere Herrin, die Königin, i. E. w. e., in Frieden hier arrivirt mit ihrer Schwägerin, deT Herzogin von Lothringen und sind zu Mittag in Schönbrunn geblieben. Daß man also hofft, nunmehr im Interesse der Ges<ammthedt mit Ernst zu urgirem, wie bisher nicht unterlassen worden. Man hat Nachricht, daß Prag wieder einen Monat Dilation bekommen und zwar es von unserer Herrin, der Königin, i. E. w. e., längst resolvirt worden, n<ur der Herr Graf Kimsky hat solches in seiner Art bis zur letzten Stunde zurück und wird ohne Zweifel mit dieser Post hinexpedirt. Indessen haben wir gestern eine Stafette nach Prag geschickt, daß die Juden nicht von dort verweichen und dieses nicht präcipitiren sollen, indem man Hoffnung hat, die Affäre zum Guten zu ändern. Das Memorial, eo die Juden am letzten Sonntag unserer Herrin, der Königin, i. E. w. e., in Schönbrunn überreicht, liegt bei dem Herrn Kabinetssekretär Koch. Baron Agilar ist mit dem Podagra überfallen, mithin er dieses zu betreiben außerstande ist. Dieser hat am vergangenen Donnerstag bei dem (angesehenen R. Salman (Sinzheim151 die Gevatterschaft gehabt und sich vom seinem Hause bis zur Synagoge müssen tragen lassen; er kann nicht auf seinen Füßen stehen, trotzdem aber wegen der Mizwa, die ihm lieb ist, solches verrichtet, Gott gebe ihm Gesundheit um für das Wohl der Gesammtheit weiter arbeiten zu können. Es ist jetzt mein gefaßter Anschlag, m. G. H. in guter und hoff endlicher Bewegung; ich hoffe mit der nächsten Post melden zu können, ob meine Nägel halten werden zum Besten der Gemeinschaft oder nicht. Man tut das Seimige, was jeder mit seinem ganzem Können vermag und m. G. H. nach seinem Verstände zu dentiren imstande ist; Übriges dependirt vom Willen Gottes, «und wenn, behüte, dieser «nicht will, ist ohnedies alles vergebens. 68 (Wien, 1745, März, 31.) Fernere Relation Mittwoch 27. Adar II. In Sachen der Gemeinschaft realiter zu melden, ist bis jetzt alles vergebens. Es hat der König von England, s. E. w. e., einen Expreßkurier herspediert mit nachdrucklichen nochmaligen Interzessionsschreiben und dieser Kurier wartet hier expreß auf Antwort, ich kann es nicht zu Papier bringen, wie nachdrücklich der König, s. E. w. e., geschrieben. Auch Holland haben ihr voriges feierlich nochmals rekommendirt, aber alle tun es vergeblich und haben sich diese Woche alle Gesandten auch der Herr Kardinal mit ihrer ganzen Kraft angegriffen, aber leider nichts ausgerichtet, sogar, daß nicht einmal eine Dilation nach Prag gegangen. Mein Vorhaben aber hoffe m. G. H. etwas auszurichten, jedoch bei dergleichen Umständen ist unmöglich etwas zu sagen, bis man es nicht wirklich gerichtet, 99 451